Im Kino: Alpha Dog

Leserbeitrag
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(Daniel) Justin Timberlake zusammen mit Sharon Stone und Bruce Willis in einem Film. Das klingt abenteuerlich – genau wie die Handlung von "Alpha Dog": In der Drogenszene bekämpfen sich Johnny Truelove (Emile Hirsch) und der Drogensüchtige Jack Mazursky (Ben Foster). Irgendwann lässt Johnny Jacks kleinen Halbbruder Zack (Anton Yelchin) entführen, der sich dann bei seinen Party-Geiselnehmern pudelwohl fühlt.

Im Kino: Alpha Dog

Der junge Johnny Truelove (Emile Hirsch) hat es in der wohlhabenden Upper Middle-Class des San Fernando Valley in Südkalifornien zu etwas gebracht. Er residiert in einem schmucken Bungalow, feiert durchgehend wilde Partys. Hier wird das gute alte Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll noch in Reinkultur zelebriert – allerdings auf moderne Art und Weise mit Rap-Musik und Videospielen als kulturellem Hintergrund. Der Haken: Johnny und seine Gang verdienen ihr Geld durch den Verkauf von Drogen. Wenn ein Kunde mal nicht bezahlen kann, sind die Jungs nicht zimperlich, das Geld wieder einzutreiben. Der heißblütige Drogensüchtige Jack Mazursky (Ben Foster) schuldet Johnny noch einige hundert Dollar, zwischen den beiden Platzhirschen entwickelt sich ein Machtkampf. Jack verwüstet Johnnys Haus, was sich dieser nicht gefallen lässt und kurzerhand Jacks kleinen Halbbruder Zack (Anton Yelchin) kidnappt, um Druck auszuüben. Doch Zack macht sich keine großen Gedanken. Im Gegenteil. In der Obhut seiner Kidnapper, die ihn in die Partyszene einführen, hat er die beste Zeit seines Lebens. Er freundet sich mit Johnnys bestem Kumpel Frankie (Justin Timberlake) an, der auf die Geisel aufpassen soll. Zacks Eltern Olivia (Sharon Stone) und Butch (David Thornton) sind dagegen außer sich vor Sorge und die Polizei ermittelt auf Hochtouren …

Es fällt am Anfang ein bisschen schwer, mit “Alpha Dog” warm zu werden. Doch wenn sich der Zuschauer erst einmal mit dem Milieu angefreundet und erkannt hat, dass Autor & Regisseur Nick Cassavetes etwas drauf hat, kommt der Film ins Rollen. Die gesamte Exposition besteht im Grunde nur aus der Schilderung der Umgebung, was sich später als äußerst wichtig herausstellen soll. Der Film hat nicht die Radikalität von Larry Clarks “Kids”, tendiert aber schon in diese Richtung, führt der Regisseur doch die Rebellion der reichen Teenager-Kids im gut situierten Südkalifornien stilsicher vor. Die Clique um Johnny Truelove schafft sich ihre eigenen Regeln und pfeift auf alles andere, was sich zu einer gefährlichen Mischung aus Gewalt und Gegengewalt zusammenbraut. Herkömmliche moralische Definitionen gelten nicht mehr.

Von uns gibt es zwei von vier Daumen. Ein solider Streifen, der nicht so tief geht, wie die erwähnten “Kids”, aber Genre-Fans dennoch glücklich machen wird.

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