Im Kino: The Contract

Leserbeitrag

(Daniel) Fast sieben Jahre sind vergangen, seit Regisseur Bruce Beresford letztmalig mit einem Film in unseren Kinos vertreten war. Nun ist es nicht so, dass er sich in dieser Zeit extrem rar gemacht hätte. Nein, stattdessen haben es seine Produktionen einfach nicht bis nach Deutschland geschafft. Beresfords Hochphase liegt mittlerweile gut 20 Jahre zurück, als er eine Nominierung für den Regie-Oscar für Tender Mercies erhielt und sein Miss Daisy und ihr Chauffeur (mit Morgan Freeman) als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde.

Im Kino: The Contract

Von “Doppelmord”, jenem Film von vor sieben Jahren, zeigten sich damals allerdings nur die Wenigsten begeistert. Ob Beresford nun mit “The Contract” wieder die Wende zum Guten hin gelingt? Die erneute Zusammenarbeit mit Morgan Freeman lässt darauf hoffen.

Für Sport-Coach Ray (John Cusack) gehören die letzten Jahre sicherlich nicht zu den glücklichsten seines Lebens. Seit dem Krebs-Tod seiner Frau ist das Verhältnis zu seinem Sohn Chris (Jamie Anderson) stark gestört. Dass dieser gerade beim Kiffen erwischt wurde und nun als Fahrgast auf dem Rücksitz eines Polizei-Autos bei Ray abgeliefert wird, passt dabei perfekt ins Bild. Ray zieht nun gewissermaßen die Notbremse und hofft darauf, dass ein Vater-Sohn-Camping-Trip die Beiden wieder etwas näher zusammen führt. Bereits nach kurzer Zeit ist es jedoch schon vorbei mit dem Ausflug, als ein Auto in einen Fluss stürzt und zwei Männer angespült werden, von denen der eine behauptet, den anderen (Morgan Freeman) als Gefangenen zu transportieren. Kurz darauf ist der Sheriff tot und Ray und Chris sind mit einer geladenen Waffe und dem gefährlichen Auftragskiller Carden allein in weiter Wildnis. Zumindest für einen kurzen Augenblick, denn während sie den Gefangenen-Transport nun kurzerhand zu Fuß selbst übernehmen, haben Cardens Männer ausgestattet mit jeder Menge High-Tech die Verfolgung bereits aufgenommen.

Den Vorwurf, den sich Beresford schon bei “Doppelmord” gefallen lassen musste, wird er nun erneut zu hören bekommen: Er erfindet das Rad beileibe nicht neu. Ein Katz- und Mausspiel, in dessen Mittelpunkt ein flüchtiger Killer steht, gehört sicherlich nicht zu den Geschichten, die im Kino noch nicht erzählt wurden. Der Plot präsentiert sich ziemlich mager, überraschende Wendungen sind praktisch nicht vorhanden und auf Logik hinterfragen sollte man das alles im Nachhinein besser auch nicht. Ganz klar: In Sachen Originalität vermag “The Contract” nicht zu punkten.

Was ihm auf inhaltlicher Ebene fehlt, gleicht er jedoch vor allem durch eine solide Regie, wunderschöne Landschafts-Aufnahmen (ein wenig eye candy der etwas anderen Sorte darf’s doch auch mal sein, oder?) und starke Darsteller-Leistungen wieder aus. Einen – sind wir mal ehrlich – 08/15-Thriller mit Größen wie Morgan Freeman und John Cusack bekommt man sicher nicht alle Tage zu Gesicht. Und auch wenn man vor allem Freeman natürlich schon bedeutend besser gesehen hat (in “Sieben” oder “Million Dollar Baby” beispielsweise), ist das, was er und Cusack hier abliefern, weit über Genre-Durchschnitt.

Das ist angesichts der Vorleistungen dieser Ausnahme-Mimen auch wenig überraschend und der wesentliche Grund dafür, dass “The Contract” trotz seiner schlichten Story gut unterhält. Er ist weder hochgradig spannend, noch übermäßig clever, aber in diesem Fall vermögen die Schauwerte darüber hinwegzutrösten.

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