Im Kino: The Host - The Host: Das Grauen ist ein Fisch!

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(Daniel) Einige Jahre nachdem ein in Seoul stationierter amerikanischer Militärarzt hunderte von Flaschen mit giftigen Chemikalien in den Fluss Han entleeren ließ, zeigen sich die verhängnisvollen Folgen dieser Aktion. An einem sonnigen Herbsttag steigt eine unheimliche Kreatur aus dem Wasser und sorgt für Panik unter den Müßiggängern am Flussufer.

Im Kino: The Host - The Host: Das Grauen ist ein Fisch!

Von den Ereignissen überrascht wird auch der gutmütige Gang-Du, der im Kiosk seines Vaters arbeitet und durch einen fatalen Fehler seine zwölfjährige Tochter Hyun-Seo an das Monster verliert. Während sich die übrig gebliebenen Familienmitglieder unter Quarantäne begeben müssen, hat das junge Mädchen jedoch die Attacke überlebt und wird von ihrem Entführer in dessen Vorratslager gefangen gehalten. Als sie sich mittels eines Handys bei der Familie bemerkbar macht, beschließt diese aus der staatlichen Obhut zu fliehen und sich selbst an die Rettung zu machen.

Der Monsterfilm “The Host” schmückt sich mit einem nicht zu verachtenden Superlativ, nämlich dem Titel “erfolgreichster südkoreanischer Film aller Zeiten”. Knapp jeder dritte Bürger der asiatischen Wirtschaftsmacht hat diesen Film im Kino gesehen und damit die ohnehin seit gut einem Jahrzehnt stark aufstrebende Filmindustrie des Landes zu neuen Höhen geführt. Kein Wunder also, dass wir dieses Werk dann auch hierzulande zu sehen bekommen, schließlich haben es in den letzten Jahren ja schon andere Filme aus Südkorea in unsere Kinos geschafft, und außerdem ist Hauptdarsteller Kang-Ho Song uns auch bereits aus “Sympathy for Mr. Vengeance” und “Joint Security Area” bekannt.
Hier spielt er den kindlich und linkisch agierenden Vater Gang-Du, dem eigentlich niemand etwas zutraut und dem man zudem noch die Schuld für das grausame Schicksal seiner Tochter gibt. Begleitet wird er von deren resolutem Großvater, seiner Schwester Nam-Joo (ihres Zeichens beste Bogenschützin des Landes, mit dem Hang im entscheidenden Moment zu versagen) und seinem dem Alkohol verfallenen Bruder Nam-Il. Es ist offensichtlich, dass dies keine klassische Heldentruppe ist, welche sich hier auf Rettungsmission begibt, sondern eine reichlich zerstrittene und dysfunktionale Familie, die sich zusammen rauft und am Ende (natürlich) über sich hinaus wächst.

Ist das schon mal gewöhnungsbedürftig, so beinhaltet “The Host” noch eine ganze Reihe weiterer Elemente, die für westliche Sehgewohnheiten doch recht bizarr anmuten. So ist mit dem titelgebenden “Gastgeber” das fleißig Menschen verspeisende Ungetüm gemeint, dessen Opfer aber zunächst noch in seinem Inneren weiterleben. Humor ist also, wenn man trotzdem lacht, und das soll man, trotz der an sich sehr ernsthaften Situation, wohl auch über die oft slapstickhaft anmutenden Aktionen der tapferen Familie, die fast mehr gegen wichtigtuerische Beamte, arrogante Mediziner und tölpelhafte Polizisten ankämpfen muss, als gegen das eigentliche Ungetüm. Allerdings erschließt sich einem der Humor der einen oder anderen Szene nicht so ganz und einige Dialoge überschreiten die Grenze zur Albernheit auch mühelos.

Mehr dazu auf Seite zwei dieses sensationellen Artikels.

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