Donnerstag vor einer Woche war es zu dem dramatischen Zwischenfall gekommen. Zwei Jugendliche, der eine 15, der andere 17, hatten sich von der Polizei verfolgt gefühlt und wollten sich über den Zaun einer Transformatoren-Station retten – sie starben an tödlichen Stromschlägen mit 20.000 Volt. Am selben Abend kam es aus Protest zu Ausschreitungen. Seitdem herrschen jede Nacht unerbittliche Straßenkämpfe in verschiedenen Departements von Paris.

Von dem Vorort Clichy-sous-Bois aus in vier andere Bezirke breiteten sich die Unruhen aus. Eine brennende Turnhalle, eine Werkstatt, beschädigte Schulen. An die 200 Autos gingen in der letzten Woche in Flammen auf. In Aulnay besetzten Jugendliche eine Polizeiwache. Ein Kamerateam wurde überfallen, der Wagen des Teams angezündet. Und immer wieder kommt es zu Straßenschlachten mit der Polizei.

Auf der Suche nach den Gründen stößt man vor allem auf den Umstand, dass in den Vierteln, in denen es zu den Ausschreitungen kommt, überwiegend afrikanische und arabische Einwanderer wohnen. Die Arbeitslosigkeit liegt teilweise bei 45 Prozent, die Armut ist hoch. Hinzu kommt eine gescheiterte Integrationspolitik, die Jugendlichen sind allein gelassen und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Der verbreitete Rassismus heizt die Situation noch an.

Die Parolen des Innenministers Sarkozy gegen die Jugendlichen sind eher Zündstoff in der explosiv geladenen Situation. Lest mehr dazu auf der nächsten Seite!