Samsung Galaxy Tab: Der Test

Daniel Kuhn

Dank Apples iPad sind Tablets inzwischen in aller Munde und das aus gutem Grund. Bisher ist die Auswahl an hochwertigen Konkurrenzprodukten aber noch ziemlich übersichtlich. Das Samsung Galaxy Tab ist seit Oktober 2010 das erste hochwertige Android-Tablet auf dem Markt. Das Problem daran ist, dass Android bisher ein Betriebssystem für Smartphones mit entsprechend kleineren Displays war. Das ändert sich jetzt mit Android 3.0 „Honeycomb“, wovon das Galaxy Tab aber wahrscheinlich nichts abbekommen wird. Wie sich Samsungs Tablet unter diesen Bedingungen schlägt, klären wir in diesem Test.

Samsung Galaxy Tab: Der Test

Die Hardware

Das Gehäuse des Galaxy Tab ist zwar aus Plastik gefertigt, wirkt aber trotzdem grundsolide und sehr wertig verarbeitet. Es wiegt 380 Gramm, was bei einem 7-Zoll-Tablet nahezu dem Idealgewicht entspricht. Das Gerät wusste sogar begeisterten Apple-Nutzern zu gefallen, was schon fast als Ritterschlag gewertet werden kann.

Die Einschübe für SIM- und microSD-Karte befinden sich an der rechten Gehäuseseite, unterhalb der Lautstärkewippe und dem Power-Button. An der Unterseite befinden sich die Lautsprecher und der Anschluss für das Lade-/Datenkabel. An der linken Gehäuseseite befindet sich nichts außer der kleinen Mikrofonöffnung. Die Buchse für Kopfhörer beziehungsweise Headset ist an der oberen Seite leider etwas unpraktisch angebracht, so dass das Kabel oft etwas störend vor das Display rutscht. Auf der Gehäuserückseite befindet sich die Kamera mit LED-Blitz.

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Wie bei vielen kommenden Tablets ist auch beim Galaxy Tab der Akku fest verbaut und lässt sich nicht austauschen. Das könnte in Bezug auf die Langlebigkeit des Gerätes eventuell Probleme geben, aber unserer der kurzen Probierphase war es uns natürlich nicht möglich, ausführlicher daraufhin zu testen. Beim Thema Akku ist uns noch eine Kleinigkeit negativ aufgefallen: Das Lade-/Datenkabel ist gerade mal einen Meter lang kurz. Das kann unangenehm werden, wenn man den Akku aufladen muss, aber gleichzeitig das Gerät nutzen möchte, weil man dadurch doch sehr in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Außerdem ist das Kabel mit einem Stecker ausgestattet, der dem vom iPod, iPhone oder Dell Streak ähnelt, weshalb man leider nicht einfach ein anderes USB-Kabel anschließen kann.

Telefonieren über die eingebaute Freisprecheinrichtung funktioniert durchaus gut, allerdings war der Gesprächspartner nur relativ leise zu hören. Ohne Umgebungsgeräusche ist die Telefonfunktion zwar brauchbar, in anderen Situationen sollte man jedoch besser auf ein Headset zurückgreifen. Ein Tablet ist aber eben kein Telefon und so wirkte das Telefonieren doch etwas ungewohnt und fühlte sich eher unpraktisch an.

In unserem Test haben wir das Galaxy Tab daher hauptsächlich ohne SIM-Karte betrieben. Dadurch ist der Akku natürlich zu Höchstleistungen aufgelaufen und hat gut und gerne vier Tage mit einer Ladung ausgehalten und dank Android-Smartphone mit WLAN-Tethering mussten wir nicht mal unterwegs auf die Internetverbindung verzichten.

Das Display kann leider nur als okay bezeichnet werden. Es ist zwar wirklich nicht schlecht, aber wenn man von einem AMOLED oder sogar Super AMOLED verwöhnt ist, wirkt es doch etwas kontrastarm und schwach in der Farbdarstellung. Wenn man den direkten Vergleich aber nicht anstellt, wird es wahrscheinlich auch nicht so negativ auffallen. Wir sind da aber, wie gesagt, etwas verwöhnt.

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Die Kamera müssen wir dagegen wirklich scharf kritisieren. Die Frontkamera löst wie üblich mit 1,3 Megapixeln auf, was für Videochat, vor allem über mobile Datenverbindungen, vollkommen ausreicht. Die Rückkamera löst aber nur mit 3 Megapixeln auf und ist damit alles andere als zeitgemäß. Die aufgenommenen Bilder und Videos sehen zwar soweit ganz gut aus, so lange man sie in der (relativ kleinen) Originalgröße belässt. Sobald man aber in die Bilder reinzoomt oder sie vergrößert, werden sie sehr schnell pixelig und unbrauchbar. Aber gut, ein Tablet ist letztendlich auch nicht das optimale Gadget zum fotografieren.

Zwei weitere kleine Kritikpunkte betreffen den Auto-Helligkeitssensor, der das Display oft zu dunkel gemacht hat und die Touch-Buttons, die ebenfalls oft einfach im Dunkeln lagen, so dass man bei schwacher Umgebungsbeleuchtung erst mal im Dunkeln tippt. Beides könnte bestimmt mit einem Softwareupdate behoben werden.

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Software

Fangen wir gleich mit dem Betriebssystem an. Android 2.2 „Froyo“ ist eigentlich nicht für eine Displayauflösung von 1024 x 600 optimiert. Daher gibt es hin und wieder auch Ecken und pixelige Kanten. Insgesamt läuft Froyo auf dem Galaxy Tab aber durchaus rund und flüssig. Die TouchWiz-Oberfläche hält sich wie üblich angenehm zurück, bietet aber hier und da doch einige schöne Ergänzungen. Ebenfalls eine schöne Ergänzung, wie bei fast allen Samsung-Geräten, ist die Swype-Tastatur. Allerdings ist diese auch etwas verkleinert dargestellt, was aber eher ein ästhetisches Problem ist. Schreiben kann man damit trotzdem entsprechend schnell. Ebenfalls interessant dürften Thumb Keyboard oder die angekündigte Tablet-Version der SwiftKey-Tastatur sein, die die Tastatur im Landscape-Mode in der Mitte aufteilen, so dass man ziemlich schnell mit den Daumen tippen kann.

Es gibt nur mit einigen wenigen Apps Probleme, die die hohe Auflösung nicht unterstützen und dementsprechend gar nicht erst starten. Beispiele sind Need For Speed Shift, FIFA 10 und das ohnehin problembehaftete Dungeon Defenders, das mit dieser kryptischen Fehlermeldung zumindest für ein Schmunzeln gesorgt hat.

Ein paar weitere Apps wurden einfach nicht auf dem vollen Bildschirm, sondern in Smartphone-Größe mit einem schwarzen Rand dargestellt. Dadurch sind sie zwar nutzbar, aber nicht besonders schön anzusehen. Die Apps, die nicht unterstützt werden, sind aber zum Glück in der Minderheit und einige, die unterstützt werden, profitieren doch ungemein von der Displaygröße. Besonders die Zeichen-App Sketch Book und das Musikprogramm uLoops, die auf einem Smartphone-Display doch sehr unübersichtlich und schwer bedienbar sind, werden auf dem großen Display erst wirklich brauchbar und entfalten ihr volles Potential.

Spiele wie Gun Bros, SpeedX 3D und Air Attack HD Lite machen auf dem größeren Display um ein Vielfaches mehr Spaß als auf kleinen Smartphones. Und auch Ebooks kann man in dem Format sehr gut lesen, allerdings wird hier das Gewicht des Tablets mit der Zeit etwas problematisch.

Das alte Leidthema vorinstallierte Software ist bei dem Galaxy gar nicht so schlimm. Eher im Gegenteil. Es gibt zwar ein paar verzichtbare Apps wie Daily Briefing, aber mit der DLNA-App AllShare und Think Free Office auch zwei sehr gute und nützliche Apps.

Audio und Video haben im Test überhaupt kein Problem dargestellt. Alle angefallenen Formate wurden problemlos unterstützt und Videos gucken macht auch wirklich Spaß auf dem Galaxy Tab.

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Fazit:

Das Samsung Galaxy Tab ist ein guter erster Versuch eines Android-Tablets. Und trotz der vielen Kritikpunkte fiel es am Ende nicht gerade leicht, das Tablet wieder zurück zu geben. Es macht definitv Lust auf mehr.

Die Zukunft des Galaxy Tab ist über das angekündigte Update auf Android 2.3 „Gingerbread“ hinaus schwer abzusehen. Über ein offizielles Update auf Honeycomb gibt es von Samsung bisher keine definitive Aussage. Da das Update auf Android 2.3 allerdings auf einen unbestimmten Termin im Laufe des Jahres verschoben wurde, ist die Wahrscheinlichkeit dass es darüber hinaus noch ein Update geben wird allerdings als eher gering einzuschätzen. Bastel- und experimentierfreudige Nutzer können sich aber mit ziemlich großer Sicherheit relativ bald über eine inoffizielle Portierung freuen. Mit Honeycomb dürfte das Galaxy Tab dann auch auf längere Sicht noch ein interessantes Gerät bleiben.

Das Galaxy Tab kostet inzwischen nur noch ungefähr € 460,-. Die Preise dürften mit der kommenden Tablet-Flut aber durchaus noch weiter sinken. Wer also ein solides und handliches Tablet sucht, kann hier ruhigen Gewissens zugreifen.

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