Out Loud: Benachrichtigungen einfach vorlesen lassen

Lukas Funk
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Obwohl Smartphones heute allgegenwärtige Begleiter im Alltag sind, gibt es einige Situationen, in denen man eingehende Benachrichtigungen wie SMS oder WhatsApp-Nachrichten nicht mit dem routinierten Griff in die Hosentasche quittieren kann, sei es bei der Autofahrt oder beim Sport. Die praktische und sehr vielseitig konfigurierbare App Out Loud schafft Abhilfe, indem sie Benachrichtigungen per Text-To-Speech-Engine vorliest. Wir haben sie getestet.

Out Loud: Benachrichtigungen einfach vorlesen lassen

Die Grundfunktion von Out Loud ist so einfach, dass sie sich in einem kurzen Satz zusammenfassen lässt: Die App liest Benachrichtigungen vor. Es sind aber die genau konfigurierbaren Optionen sowie die Unterstützung für Tasker, die Out Loud interessant machen.

So kann der Nutzer zunächst frei bestimmen, von welchen Apps Benachrichtigungen vorgelesen werden, etwa SMS, Hangouts, WhatsApp oder Facebook Messenger. Dann legt man fest, wann Out Loud aktiv sein soll: Immer, nur wenn Kopfhörer eingesteckt sind oder auch bei Bluetooth Headsets. Sollen auch bei aktivem Bildschirm Nachrichten vorgelesen werden? Sogar dann, wenn das Gerät eigentlich stumm geschaltet ist? In welcher Sprache sollen Nachrichten vorgelesen werden und mit welcher Text-To-Speech-Engine?

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Was zunächst nach einer erschlagenden Menge an Einstellungsmöglichkeiten klingt, kann in der Praxis durch das Setzen weniger Häkchen erledigt werden und erlaubt so jedem Nutzer, die App für sein spezielles Anwendungsszenario anzupassen. Das könnte beispielsweise so aussehen:

Nutzer A bewältigt seinen Weg zur Schule immer zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei hört er natürlich über Kopfhörer Musik, um so früh am Morgen noch nicht der kalten Realität ausgesetzt zu sein. Nun hört er, dass sein Smartphone eine Benachrichtigung empfangen hat und überlegt, ob er überhaupt auf sein Smartphone schauen soll. Muss er aber nicht: Out Loud liest ihm vor, dass Mutti schreibt, er habe sein Pausenbrot vergessen — egal. Kurz darauf die nächste Nachricht: Der Klassenkamerad schreibt, dass die Schule ausfällt. Ohne einen Blick auf sein Smartphone werfen zu müssen, setzt sich Nutzer A in die nächste Bahn in die Gegenrichtung und genießt den freien Tag.

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Nutzerin B dagegen ist im Auto unterwegs und hat Out Loud entsprechend immer aktiviert. Auf dem Weg zur Arbeit erhält sie eine E-Mail, dass das Büro wegen einer Bombendrohung geschlossen bleibt. Als gesetzestreue Bürgerin würde Nutzerin B während der Fahrt niemals auf ihr Smartphone schauen, da Out Loud ihr aber die Mail vorliest, kann sie an der nächsten Kreuzung einfach umdrehen und nach Hause fahren. Auch sie genießt den freien Tag.

Dank der Flexibilität von Out Loud sind den Nutzungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Wer sein Smartphone mit Tasker zudem noch automatisiert hat, kann beispielsweise verschiedene Profile für unterwegs oder zu Hause erstellen.

Fazit

Out Loud ist eine dieser Apps, die man einmal konfiguriert und dann vergessen kann. Im Alltag hat sie sich in der Testwoche als zuverlässig und in den entscheidenden Fällen hilfreich erwiesen. Lediglich nach Updates muss sichergestellt werden, dass Out Loud immer noch aktiv ist. Folglich empfehlen wir wärmstens, die kostenlose Grundversion von Out Loud zu installieren und einige Tage lang zu testen. Diese unterstützt alle Funktionen der Vollversion, allerdings nur für eine einzige App. Per In-App-Purchase lässt sich bei Gefallen für günstige 74 Cent die Vollversion freischalten, die Benachrichtigungen von beliebig vielen Anwendungen vorliest.

Out Loud
Entwickler: hillman apps
Preis: Free
Hinweis: Da Out Loud nur den Text vorlesen kann, den Benachrichtigungen auch mitliefern, ist der Nutzen beispielsweise in Kombination mit WhatsApp eher begrenzt. Die Schuld liegt hier allerdings bei den Entwicklern von WhatsApp, die nicht das volle Potential von Androids erweiterbaren Benachrichtigungen ausnutzen. Vielen Dank an alle Leser, die uns darauf hingewiesen haben.

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