Google Chromebooks als Vorreiter für neues Coreboot-BIOS

Matthias Schleif

Nicht nur die Auswahl und Weiterentwicklung der Hardware, sondern auch der zum Betrieb eines Computers nötigen Software, spielt ja eine wichtige Rolle bei der Zunahme von gefühlter und echter Rechengeschwindigkeit. Im Gegensatz zum EFI-Boot, das mit gewissen Sicherheitsfunktionen zumindest beladen, wenn nicht sogar überladen ist, schickt sich nun ein anderer Kandidat mit einem schlankeren Konzept an, das gemeine AMI-BIOS durch eine Open-Source-Version abzulösen.

Google Chromebooks als Vorreiter für neues Coreboot-BIOS

Wie im Video zu sehen startet das Lenovo Thinkpad T60 mit Intel Core2Duo in nur neun Sekunden durch, so dass man von einem noch schnelleren Start bei Verwendung aktuellerer Hardware ausgehen kann. Kern des neuen “Basic in and out systems” sei der schnellere PLoad, in dem sozusagen der Zugang zum Betriebssystem vorgegeben wird, während bei der alten Variante noch auf dem Datenträger nach einem Startsektor gesucht wird. Die vorher fällige Hardwareinitialisierung, ohne die auch coreboot nicht auskommt, wird wohl unter anderem durch einen verkürzten oder ausgelassenen RAM-Test beschleunigt, der Hauptteil des Geschwindigkeitszugewinns kommt aber definitiv aus dem PLoad.

Und wenn man dann dahinter ein schlankes OS hat, das nicht minutenlang irgendwelche GUIs einlädt, sondern den Browser öffnet und den Rest im Hintergrund erledigt, dann kann das schon verdammt fix gehen, dass der Computer bereit steht. Manch einer überlegt dann wahrscheinlich noch, was er denn eigentlich machen wollte am PC, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Zum Einen hat der Roland von Netbooknews.de hier ein sehenswertes Interview geführt, zum Anderen aber auch ein edles Stück Technik demonstriert. Noch besser wird das Ganze durch die Vorstellung, dass eben in Zukunft auch die neuesten Intel CPUs der zweiten und dritten iCore-Generation unterstützt werden. Begründung dafür sei, so der Firmenvertreter, dass Google das nächste Chromebook mit der coreboot-Software bestücken will. Ein fetter Erfolg, dem die berechtigte Aufmerksamkeit sicher noch bevor steht. Es hängt manchmal eben auch davon ab, wer die Nachricht loslässt, aber sei´s drum. Da auch AMD seine Unterstützung wohl zugesagt hat, bahnt sich hier ein ganz schön dickes Ding an. Bootzeiten gegen Null, ohne Standby-Tricksereien, das wäre wirklich ein großer Schritt.
Und so könnten unsere Kinder uns einst fragen, was dieses komische “Booten” damals eigentlich bedeutete…

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