UEFA Financial Fairplay: Regelung, Strafen, Infos

Martin Maciej
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Am 1. Juni 2011 wurde von der UEFA das Financial Fairplay (FFP) in die Welt gesetzt. Diese neuen Regelungen sollen Finanzen von Fußball-Klubs auf europäischer Ebene regulieren. Bei Vergehen droht den Teams im schlimmsten Fall ein Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben Champions League oder Europa League.

UEFA Financial Fairplay: Regelung, Strafen, Infos

Doch nach welchen Regeln wird das Financial Fairplay umgesetzt und mit welchen Strafen müssen Teams bei einem Vergehen rechnen?

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UEFA Financial Fairplay: Kriterien

Dem Financial Fairplay geht das Reglement zum UEFA-Klublizenzierungsverfahren voraus, welches ab 2002 in Kraft getreten ist. Die Regelungen umfassen unter anderem Kriterien aus folgenden Bereichen:

  • Sport
  • Infrastruktur
  • Recht
  • Finanzen

Nicht miteinbezogen in die Berechnungen werden unter anderem Ausgaben für Jugendarbeit, das Stadion oder soziales Engagement.

Das Financial Fairplay wurde insbesondere aufgrund der ausufernden Gehälter und Ablösesummen bei Spielertransfers ins Leben gerufen. Viele Klubs verwirtschafteten sich in der Vergangenheit und zahlten so Ablösesummen, die nicht mehr durch Einnahmen, sondern lediglich durch Kredite oder externe Investoren aufgefangen werden konnten.

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UEFA Financial Fairplay: Regeln

  • Um den Financial Fairplay-Regeln zu entsprechen, müssen die Ausgaben der letzten drei Jahre durch FFP-relevante Einnahmen ausgeglichen werden können.
  • Falls dies nicht zutrifft, wird das vorhergehende Jahr mit in die Betrachtung einbezogen, um zu ermitteln, ob ein positiver Trend in der finanziellen Entwicklung zu sehen ist.
  • Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, darf das finanzielle Loch derzeit noch von einem Investor bis zu einem Betrag von 45 Millionen ausgeglichen werden.
  • Eine Vergabe eines Kredits durch einen externen Geldgeber, ähnlich wie es Roman Abramowitsch in seinen ersten Jahren bei Chelsea gehandhabt hat, ist allerdings nicht möglich.
  • 2018 wird die Höhe des Investorenausgleichs neu verhandelt.
  • Verstößt ein Team gegen die Regeln, kann die UEFA Strafen aussprechen.

Mit dem Financial Fairplay möchte die UEFA für ausgeglichene Verhältnisse innerhalb der 660 Erst-Ligisten der 53 UEFA-Staaten sorgen. Das Financial Fairplay sollte bereits zur Saison 2013/14 greifen. 2010 hat die UEFA und European Club Association eine Verschiebung auf 2015 beschlossen. Kritiker und Skeptiker sorgen sich darum, ob das Financial Fairplay auch tatsächlich rigoros durchgezogen wird und Zugpferde wie Manchester City oder FC Barcelona bei Nichteinhalten der Regeln auch tatsächlich aus europäischen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Gianni Infantino, Generalsektretär der UEFA, meint hierzu: „„Jeder kennt die Regeln und wir werden sie durchsetzen“.

Financial Fairplay: Die Bedingungen

  • 3 aufeinanderfolgende Jahre ausgeglichene Bilanz
  • Bis 2014 dürfen Verluste von bis zu 45 Millionen gemacht werden.
  • Von 2015 bis 2018 liegt der Maximalwert für den Verlust bei 30 Millionen Euro.
  • Danach muss der Verlust von Jahr zu Jahr verringert werden.
  • Bei Nichteinhalten des Financial Fairplay droht ein Ausschluss aus der Champions League oder Europa League

Welche Financial Fairplay Strafen gibt es?

Folgende Strafen können von der UEFA bei Vergehen gegen das Financial Fairplay ausgesprochen werden:

  • Geldstrafe
  • Punktabzug
  • Beschränkung der Kadergröße für Champions League/Europa League
  • Ausschluss aus Champions League/Europa League
  • Aberkennung von Titeln

Bereits in dieser Saison wurden Paris St.-Germain und Manchester City als Folge des Financial Fairplays bestraft. Beide Teams müssen jeweils 60 Millionen Euro zahlen und dürfen zudem in der anstehenden Champions League-Saison nur 21 statt 25 Spieler melden. Manchester City muss zudem in der kommenden Saison weniger für Spielergehälter ausgeben, als jetzt. Beide Teams sind bekannt dafür, dass Reiche Mäzene ihre Geldschatulle öffnen, um neue Spieler in den Kader zu holen. Paris St.-Germain hat etwa 200 Millionen Euro an Sponsorengeldern der Tourismusbehörde von Katar erhalten – zehnmal so viel, wie Bayern München oder Real Madrid von Sponsoren erhalten. In den Augen der UEFA eine marktunübliche Summe, die zur Bestrafung geführt hat.

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