Come back, Urbz!

Kamila Zych
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Unsere Serie „Come back, …!“ bietet Platz für lang vergessene oder so gut wie ausgestorbene Videospiele, die wir uns gerne zurückwünschen. Viele dieser Spiele hast du womöglich auch als Kind gespielt und verbindest, so wie wir, eine gewisse Nostalgie, wenn du an sie zurückdenkst. Diesmal spreche ich über das Spiel „Die Urbz: Sims in the City“, einem Titel aus dem Hause Electronic Arts, welches sich in vielerlei Hinsicht von den üblichen Spielen der Sims-Reihe unterscheidet. Ich erzähle darüber, was ich mit diesem Spiel verbinde und warum ich es mir unbedingt zurückwünsche.

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Die Urbz: Sims in the City – Intro

Ein zurückhaltendes Mädchen mit pinken Haaren steigt aus einer U-Bahn und weiß noch nicht so recht, was es in der großen lauten Stadt tun soll, in der es gerade angekommen ist. Die meisten Großstadtbewohner scheinen sich alle zu kennen und mustern den Neuankommling von allen Seiten. Die junge Frau beschließt in einen Club zu gehen, doch um an dem Türsteher vorbeizukommen muss sie beweisen, dass sie „dazugehört“. Nach einem missglückten Backflip scheint alle Hoffnung verloren, doch dann taucht ein Freund auf, der ihr zu einem spektakulären Move verhilft und ihr somit den Eintritt zum Club sichert. Seither prangen überall in der Stadt Plakate, der noch vor einer Weile komplett Unbekannten. Bis zum Morgengrauen sieht man sie auf einer Dachterasse inmitten einer großen Partymeute tanzen. Ein neuer Star der Stadt wurde an diesem Abend geboren.

Vom Niemand zum Jemand

Diese Geschichte wird im Intro zu „Die Urbz: Sims in the City“ erzählt. Schon damals merkte ich schnell, dass dieses Spiel nicht wie jeder andere Sims-Titel ist. Statt Häuser zu bauen und Familien zu gründen habe ich hier nämlich nur ein Ziel: Ein Star zu werden! Doch so einfach, wie es im Intro beschrieben wird, ist es nicht. Zu Beginn des Spiels lande ich mit meinem Urb – so werden die Sims im Spiel genannt – in einer heruntergekommenen Wohnung, die außer einer Dusche und ein paar Möbeln nicht viel zu bieten hat. Halb so schlimm, denn mein Apartment werde ich im Laufe des Spiels so gut wie nie wieder betreten – dafür werde ich viel zu sehr damit beschäftigt sein, die Großstadt zu erkunden und mir einen Ruf aufzubauen.

Zur Hilfe steht mir ein gewisser Darius, welcher den höchsten Ruf der Stadt hat und mich in die Eigenheiten der City einführt. Jene ist in neun verschiedene Bezirke geteilt und jeder Stadtteil vertritt einen individuellen Sterotyp: Da gibt es zum Beispiel die am Bahnhof chillenden Punker, die rebellischen Motorrad-Rowdys oder die Vogue-tanzenden Stars und Sternchen. Um mir Respekt zu verschaffen, muss ich mich ein stückweit der breiten Masse anpassen: Jeder Bezirk hat seinen charakteristischen Kleidungs- und Musikstil und auch die Urbz interagieren je nach Stadtteil auf eine andere Weise miteinander. Schaffe ich es, mir in der gesamten Stadt den nötigen Ruf zu erarbeiten, lande ich irgendwann in Darius’ Penthouse und nehme seinen Platz als bekanntester Urb der City ein.

Meine beiden Lieblingsbezirke waren das Sonnendach und der Neon-Osten. Auf dem Sonnendach brutzelte ich zu coolen Hip-Hop-Beats in der Sonne oder gesellte mich zu meinen Freunden in den immervollen Whirlpool. Im schrillen Neon-Osten habe ich nicht selten auf der Dancing-Stage das Tanzbein geschwungen und (wenn ich mal wieder knapp bei Kasse war)  im wahrsten Sinne des Wortes Sushi am laufenden Band produziert. Durch Urbz kam ich außerdem zum ersten Mal mit dem schrillen Ganguro-Stil und J-Pop in Berührung, die meine Fazination zu Japan noch mehr verstärkten.

Kleine Neuerungen mit großer Wirkung

Das Game erschien 2004 auf PlayStation 2, Xbox und GameCube. Auf dem Game Boy Advance und dem Nintendo DS konntest Du Urbz auch spielen, allerdings unterscheidet sich das Gameplay grundlegend von dem der Konsolenversion. Die Version auf der PlayStation 2 markierte für mich jedenfalls zu dieser Zeit den Übergang von Die Sims zu Sims 2.

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Zwar waren die Urbz noch nicht in der Lage, im Weg stehende Gegenstände zu umgehen und einige Tanzmoves liesen sehr zu wünschen übrig. Als Sims-Spielerin der ersten Stunde haben mich jedoch vorallem die kleinen, aber ausschlaggebenden Neuerungen total fasziniert: Endlich konnte ich das Haus verlassen und via Schnellreise mit der U-Bahn andere Bezirke der Stadt besuchen. Mein Urb konnte sich Tattoos stehen lassen und Make-Up auftragen. Außerdem besaßen die Sims hier erstmals ein eigenes Handy, was zu der Zeit eine regelrechte Revolution war.

Ein ausschlaggebender Grund, weshalb ich das Spiel in sehr guter Erinnerung behalte ist die Musik: Immer wenn ich „Let’s Get It Started“ von The Black Eyed Peas höre, denke ich automatisch an das Spiel. Ich glaube sogar, das gut die Hälfte des Game-Soundtracks aus Black-Eyed-Peas-Songs in simlisch besteht. Die Bandmitglieder waren übrigens alle als Spielfiguren in Urbz vertreten, was mich als BEP-Fan ziemlich begeistert hat. 2004 erlebte die Band, soweit ich mich erinnern kann, eine regelrechte Blütezeit – Urbz hat sicherlich auch ein wenig zu der steilen Erfolgskurve beigetragen.

Bald kannst du Sims auch auf dem Handy spielen

Zugegeben Die Urbz: Sims in the City war das erste und einzige Spiel der Sims-Reihe welches ich auf der Konsole gespielt habe. Doch im Vergleich zu den klassichen PC-Spielen kann ich sagen, dass dieses Spiel für mich einfach eine tolle Abwechslung war und viele Elemente besaß, die mir zu der Zeit auf der Computer-Version gefehlt haben. Das Gameplay, wie auch die Musik haben mich damals sehr überzeugt und ich würde Urbz sicherlich auch noch heute spielen, wenn es auf den neuen Konsolen zurückkehren würde – egal ob als Remake oder als Sequel.

Weitere Themen: Die Sims 2, Maxis

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