Cookies 2.0: Fingerprinting als Nachfolger - Verstecken unmöglich

Martin Maciej
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Cookies 2.0: Fingerprinting als Nachfolger - Verstecken unmöglich

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Die Cookie-Nachfolger: Fingerprinting, Everprinting, Cookie Synching

Wer sich jetzt allerdings in Sicherheit wähnt, dass keinerlei Informationen mehr gesammelt werden können, täuscht sich. Mit dem neuen Canvas Fingerprinting kann die Verfolgung von Online-Aktivitäten kaum noch verhüllt werden. In einer jüngst veröffentlichten Studie der Princeton Universität und Universität Löwen zeigt sich, dass große Webseiten bereits fleißig auf die neue Tracking-Technik setzen. Insgesamt wurden drei verschiedene technische Verfahren untersucht, die das Anlegen von Nutzerprofilen ermöglichen:

  • Canvas Fingerprinting: Wird am häufigsten verwendet, generiert Bilder mittels HTML5. Die Erzeugung des Bilds hängt von vielen Faktoren auf User-Seite ab, darunter Browser, Hardware, verwendete Schriftart, Betriebssystem und mehr.
  • Durch diesen Fingerprint sind Rechner und somit der Nutzer eindeutig und dauerhaft zu erkennen.
  • Eine andere Methode sind Evercookies: Mehrere Cookies, die sich gegenseitig wiederherstellen können.
  • Wird hierbei ein ungewolltes Cookie vom Nutzer gelöscht, wird der Inhalt durch ein anderes Cookie wiederhergestellt.
  • Dritte Cookie-Alterantive: Cookie-Syncing: Synchronisieren von Cookies über verschiedene Webangebote

Canvas-Fingerprinting: Kaum zu verhindern

Insgesamt wurden 100.000 Webseiten untersucht, von denen 5.500 das Canvas Fingerprinting eingesetzt haben. Zu diesen Webseiten zählen auch deutsche Webseiten, darunter der Kicker oder T-Online. Die Anbieter müssen dabei nicht bewusst auf das Canvas Fingerprinting setzen, schließlich kann dieses auch durch externe Vermarkter eingesetzt werden.

Immerhin 107 der untersuchten Webseiten setzen noch auf die sich wiederherstellenden Cookies. Anbieter der neuen Cookie-Arten betonen dabei, dass der Datenschutz respektiert und gewahrt wird. Der in der Studie am häufigsten genannte Dienst Addthis bezeichnet den derzeitigen Einsatz des virtuellen Fingerabdrucks als Testphase für die Suche nach einer Cookie-Alternative. Erhobene Daten seien dabei nur für Forschungszwecke verwendet worden. Die eingesetzte Technik für die Cookie-Alternative sei derzeit von normalen Browsern, Add-ons oder zusätzlichen Tools nicht zu bändigen. Die Verfasser der Studie weisen darauf hin, dass derzeit nur der Tor Browser vor dem Canvas Fingerprinting schützt.

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Bildquelle: Young Nerd Hacker via Shutterstock

Quelle: t3n

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