Festplatten der Zukunft: zwei Prototypen vorgestellt

Matthias Schleif
2

Den Moorschen Gesetzen zu Folge steigt die Leistungsfähigkeit moderner Rechenmaschinen alle 2 Jahren um etwa 100%, was sich in den vergangenen Jahren auch mal wieder als recht passend heraus gestellt hat. Ein Bereich, in dem in dieser Zeit dagegen recht wenig passiert ist, ist die Speichertechnik. Mit Solid State* Disks sind zwar schon seit längerem auch schnellere Festplatten erhältlich, den scheinbar nicht tot zu kriegenden Magnet-Festplatten könnte aber sogar eine echte Rennaissance blühen: dank Laserstrahlen.

Festplatten der Zukunft: zwei Prototypen vorgestellt

Der Bedarf an Speicherkapazitäten, das ließ sich spätestens seit der Einführung der DVDs erahnen, nimmt immer weiter zu, doch die herkömmlichen Techniken sind entweder zu lahm (HDDs) oder teuer (SSDs). Trotz weiter entwickelter SATA-Anschlüssen hat sich daran weitgehend nichts geändert, zwei Meldungen der letzten Tage geben jedoch Anlass zur Hoffnung.

Wie winfuture.de berichtet hat es an der Universität Nijmegen einen Erkenntnisdurchbruch gegeben, der das Wechseln der magnetischen Ausrichtung einzelner Festplattencluster von Nano- auf einige Pico-Sekunden herunter beschleunigen könnte. Nahm man in der Vergangenheit an, Hitze – von den Forschern mit Laserblitzen erzeugt – könne magnetische Ausrichtungen lediglich zerstören, statt sie umzukehren und so das “Bit kippen”, hat sich in neueren Untersuchungen jedoch genau dieser Effekt gezeigt. Die Verkürzung der Zugriffszeiten von Nano- auf Pico-Sekunden verspreche Schreibgeschwindigkeiten von “mehreren tausend Gigabyte pro Sekunde”, ist allerdings noch sehr weit von einem marktreifen Status entfernt.

Diesem Punkt deutlich näher wähnt sich die Firma Elpida mit ihren ReRAMs (Resistive RAM, Pressemitteilung), die eine Art Mittelding

zwischen RAM und Festplatte sein sollen. Der Trick dabei ist ebenfalls einer neuen Erkenntnis entsprungen, die das Kippen der Bits mit unterschiedlichen Spannungshöhen erlaubt, wobei mit Hilfe einer minimalen Grundspannung der RAM sozusagen dauerhaft gemacht wird. Datenraten, wie sie dem niederländischen Forscherteam in Nijmegen vorschweben, wird man damit zwar nicht erreichen, normale “DRAM”-Geschwindigkeit voraussichtlich aber schon. Da das immer noch etwa dem Zehnfachen aktueller Harddrives* entspricht könnten sich Festplatten wohl bald wieder für gute Geschäfte eignen. Wirklich schneller Datentransfer wäre natürlich auch schön.

Neue Artikel von GIGA GRUEN

GIGA Marktplatz
}); });