DVB-T2-Stick: Hardware für das neue Antennenfernsehen [Update]

Christin Richter
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Schon in weniger als 100 Tagen, am 29. März 2017 startet der Regelbetrieb des neuen digital-terrestrischen Standards DVB-T2 und spätestens ab 2019 ist endgültig Schluss mit dem Vorgänger DVB-T. Dann könnt ihr das terrestrische Antennenfernsehen nur mit geeignetem DVB-T2-Empfänger genießen. Was es beim Kauf eines DVB-T2-Receivers zu beachten gibt, haben wir bereits an anderer Stelle erklärt. Lest nachfolgend, welche Möglichkeiten es gibt, den neuen Standard per Antenne zu empfangen und was DVB-T2-Sticks können sollten.

 

Schon Ende März sollen 40 Programme über DVB-T2 per  empfangbar sein. Viele DVB-T2-Sender wollen durch scharfe Bildqualität in HD überzeugen. Was das für euren Geldbeutel bedeuten kann, lest ihr im Artikel DVB-T2 Frequenzen und Kosten: Das solltet ihr über den DVB-T2-Empfang wissen. Das neue Kompressionsverfahren H.265/HEVC löst bei der Übertragung der digitalen Signale den von vielen älteren Geräten genutzten MPEG 2 (bei Satellit genutzten H.264-Codec) ab. Das bedeutet, es wird jede Menge Elektroschrott entstehen, wenn DVB-T abgeschaltet wird. Lest hier, was ihr neben einer DVB-T2-Antenne braucht, um weiterhin Fernsehen ohne Kabel- und Internetanschluss sehen zu können.

Video: Was ist DVB-T2 HD?

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Was ist DVB-T2 HD?

DVB-T2-Stick: Vorteile und Funktionen

Ein DVB-T2-Stick kann einfach an euren Rechner oder Laptop gesteckt werden, damit ihr über dieses Gerät Fernsehen schauen könnt. Diese Art des DVB-T2-Empfangs bietet diverse Vorteile:

  • Zumeist kann das Programm auf eurer Festplatte aufgenommen werden (Aufnahmefunktion).
  • TimeShift: Ihr könnt das Live-Programm stoppen und zurückspulen.
  • Der DVB-T2-Stick benötigt keinen Strom.
  • Ihr habt in der Regel einen elektronischen Programmführer (EPG) an Bord, den ihr in der mitgelieferten Sofware aufrufen könnt.

Ein geeigneter DVB-T2-Stick ist beispielsweise der AverMedia DVB-T/T2 USB Dongle, der auch DVB-C und DVB-T auf euren Monitor bringt.

Der EyeTV T2 lässt euch sowohl am PC als auch am Mac unverschlüsselte HDTV-Sender empfangen. Voraussetzung: ein 3,5 GHz-Prozessor und 8 GB RAM. Am Mac nutzt er die Software EyeTV 3.6.9, am PC Total TV/THC. Mit ihm könnt allerdings nicht de Privatsender bei “” empfangen, die monatlich zurzeit 5,75 Euro kosten (Stand:01.08.2016).

Mini-DVB-T2-Stick für Smartphone und Tablet

Wer unterwegs mit dem mobilen Handheld wie Smartphone oder Tablet DVB-T2 empfangen möchte, sollte sich ebenfalls noch gedulden. Noch sind Modelle verbreitet, bei denen die kleinen Sticks inklusive Antenne nur per DVB-T mobiles Fernsehen auf Smartphone und Co. übertragen. Wer lieber gleich einen neuen Fernseher kaufen oder seinen alten Röhrenfernseher loswerden möchte, kann direkt zu einem Smart-TV mit eingebautem DVB-T2-Tuner mit H.265/HEVC-Decoder greifen.

Per Smartphone DVB-T2 empfangen

Der WDR hat in Kooperation mit dem Institut für Rundfunktechnik eine App entwickelt, die euch das neue HD-Fernsehen via Antenne auf euer mobiles Gerät bringen soll. Voraussetzungen sind das Betriebssystem Android und extra Hardware in Form eines Dongles. Beispielsweise kann der LogiLink-Mini-Receiver für Android nach seinem Air-DTV-II-Softwareupdate das DVB-T2-HD Signal entschlüsseln. Vorgestellt wird die App auf der iFA 2016 in Berlin. Noch ist offen, ob die DVB-T2-App es auch in den Store schafft. (Quelle: irt.de)

Wollt ihr euer Lieblingsprogramm doch lieber über das Internet sehen, gibt es Streamingdienste wie Magine TV oder Zattoo.

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Magine TV

Bei diesen könnt ihr euch kostenlos registrieren und zunächst eine breite Programmvielfalt testen. Anschließend seht ihr weiterhin die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos und könnt diese auch auf euer Tablet oder Smartphone streamen. Praktisch ist außerdem die Aufnahme-Funktion, mit der ihr euch eure Lieblingsfilme und -serien auch nach der Ausstrahlung anschauen könnt.

Bildquellen: JacomopikselstockDmitriy Karelin via Shutterstock

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