Warum wird Antennenfernsehen mit DVB-T2 HD kostenpflichtig? 3 Fragen an freenet TV

Sebastian Trepesch
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Warum gibt es die privaten Fernsehsender über Antenne bald nur noch im Abonnement? Wir haben beim Plattformbetreiber nachgefragt – und wollten zudem wissen, warum nicht gleich die 4K-Auflösung vorbereitet wurde.

Warum wird Antennenfernsehen mit DVB-T2 HD kostenpflichtig? 3 Fragen an freenet TV

Ende des Monats wird in vielen Gebieten DVB-T zugunsten von DVB-T2 HD abgeschaltet, siehe DVB-T2 HD im Überblick. Die Privatsender werden dann nur noch verschlüsselt ausgestrahlt – wer RTL, Sat.1, ProSieben und Co. anschauen möchte, benötigt das Abo „freenet-TV“.

Warum ist das so? Hinter freenet TV steht Media Broadcast, der Plattformanbieter handelt im Auftrag der TV-Sender. Stefan Schinzel, der Leiter Produktmanagement TV-Plattformen von Media Broadcast, hat uns unsere Fragen beantwortet:

1. Warum wird Fernsehen über Antenne nun kostenpflichtig, wo es doch bisher kostenlos war?

Schinzel: Mit DVB-T2 HD und freenet TV verabschiedet sich das Antennenfernsehen von der veralteten SD-Übertragung und wird dem Zuschauerbedürfnis nach hochauflösendem Fernsehgenuss in Full HD gerecht. Damit gehen allerdings höhere Produktions- und Verbreitungskosten einher, die sich nur über neue Geschäftsmodelle auf Basis verschlüsselter Angebote finanzieren lassen. Das Antennenfernsehen unterscheidet sich hier nicht von allen anderen TV-Übertragungswegen wie Kabel, Satellit und IPTV, denn dort ist der Zugang zu privaten HD-Programmen ebenfalls kostenpflichtig.

2. Nach aktuellem Stand muss man für zwei Fernseher im Haushalt die Abogebühr doppelt zahlen. Ist eine Rabattierung möglich und geplant?

Schinzel: Im Moment bezieht sich die Freischaltung von freenet TV immer auf ein Empfangsgerät (TV Modul, Receiver, USB-Stick). Wir sind aber gerade dabei, weitere Angebotsformen zu prüfen, um den Kunden in Bezug auf Umfang und Laufzeit zusätzliche Optionen bieten zu können. Über mögliche Preise und Termine kann ich heute noch keine Auskunft geben.

3. DVB-T2 HD sendet in Full HD. Ist der Standard nicht schon jetzt überholt, wo doch 4K stark im Kommen ist?

Schinzel: Im Vergleich zu den sonstigen TV-Übertragungswegen Kabel, Satellit, IPTV und Internet-Streaming bieten wir mit der Auflösung 1080p50 die bestmögliche HD-Bildqualität. 4K erfordert in allen Bereichen der Wertschöpfungskette, von der Produktion über das Content Management bis zur Distribution, enorme Investitionen in die Technik. Im linearen Fernsehen gibt es bisher keine Sender, die in 4K ausstrahlen oder das in nächster Zeit planen.

Weitere Themen: freenet TV USB TV-Stick, freenet TV

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