Kuma War 2 - Bin Laden und sein Wert für die Spiele-Industrie

Jonas Wekenborg
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Nachdem in der vergangenen Woche die US-Regierung den Tod des al Qaida-Führers Osama bin Laden bestätigt hatte, steht einer der meistgesuchten Männer der Welt sofort auf der Abschussliste. Post Mortem und im wahrsten Sinne des Wortes.

Kuma War 2 - Bin Laden und sein Wert für die Spiele-Industrie

Der amerikanische Entwickler Kuma Reality Games, der bekannt ist für seine kontroversen Kriegsspiele, die sich an wahren Begebenheiten orientieren, hat nun eine weitere Episode ihres Spiels “Kuma War” herausgebracht. Die Episode behandelt die Erschießung bin Ladens.

In dem Ego-Shooter wird man per Helikopter vor der Villa in Abbottabad abgesetzt und streift mit dem Gewehr im Anschlag durch die Gänge. Plötzlich springt uns Osama bin Laden an, ebenfalls mit Gewehr, auf uns gerichtet. Mit einem Mausklick ist “Objective 1″ erfüllt, Osama bin Laden ist tot. Das zweite Ziel ist das Bergen seines Leichnams.

Ob das nun geschmacklos ist oder nicht, in erster Linie stellt sich die Frage, warum die realitätsnahe Umsetzung beispielsweise einen derart kruden Schnitzer beinhält. War doch nach mehreren offiziellen Angaben der alternde bin Laden unbewaffnet und keinesfalls in der Lage, wild durch die Gänge zu rennen und dabei Blei zu spucken.

Weiterhin werden nach der Kontroverse über die Erschießung anstelle einer ordentlichen Gerichtsverhandlung die Politiker verschiedener Länder darauf reagieren. Kuma Reality Games sind dafür bekannt echte Kriegsschauplätze realitätsnah nachzubauen und sie machen auch keinen Hehl daraus, dass sie überaus patriotisch sind.

Dass das Spiel so kurz nach dem Vorfall schon erhältlich war, liegt mitunter daran, dass die Leveldesigner sich zwar ins Zeug gelegt hatten, um die Villa realitätsnah nachzubauen, das Spiel aber dennoch auf einer veralteten 3-D-Engine basiert, so dass man nach Details vergebens sucht.

Keith Halper, Firmenchef von Kuma Reality Games, sieht jegliche Angriffe auf ihre Umsetzungen als Verfehlung an. Er sähe sich eher als Aufklärer. Könnten durch die Spiele, die seine Firma entwickelt, doch die Spieler live im Geschehen dabei sein und ein Stück Geschichte und Nachrichten selbst miterleben.

“Bin Laden war ein schlechter Mensch und die Leute sind froh, dass er weg ist,” so Harper weiter. Ob dies nicht mehr als einfache Vaterlandsliebe ist und schon in Richtung Propaganda schreitet, kann sich jeder selbst auslegen. Klar sollte jedoch sein, dass in einer zivilisierten Welt “böse” Menschen nicht einfach ermordet werden dürften.

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