Das Ende des Billig-Suffs

Leserbeitrag

(Daniel D.) Die Briten müssen sich von einer Institution verabschieden – der Happy Hour. Zwar können Getränke für eine bestimmte Zeit weiterhin verbilligt angeboten werden, dabei müssen aber neue Auflagen beachtet werden. Zudem fordern Experten die Abschaffung eines weiteren europäischen Kulturguts.

Das Ende des Billig-Suffs

Die Britische Vereinigung Bier und Pub, der etwa die Hälfte aller Kneipen angehört, gab dem Druck der Regierung nach und erklärte am Montag, dass die Bierstuben des Vereinigten Königreiches ihre Happy Hour nur noch beschränkt stattfinden lassen werden. Die Wirte können weiterhin feste Zeiten vorgeben, in denen man Alkoholika für weniger Geld bekommt, es soll dann allerdings “verantwortlich” ausgeschenkt werden. Also kein Drink für Menschen, die sowieso schon einen im Tee haben.

Die (nennen wir sie mal) “Alk-Flatrate”, bei der der Gast eine bestimmte Summe zahlt und dann unbegrenzt trinken kann, wird ganz abgeschafft. So etwas wie “1 bezahlen, 2 bekommen” darf es auch nicht mehr geben.

Hinter diesen Vorgaben steckt der Versuch von Premier Tony Blair und seiner Mannschaft, den exzessiven Alkoholkonsum und rüdes Benehmen einzuschränken. Entsprechende Studien, die über vermehrte Trink-Exzesse und die Zunahme der sich daraus ergebenden Todesfälle (zum Beispiel durch Leberzirrhose) berichteten, haben Regierungsvertretern und Medizinern Sorgenfalten auf die Stirn getrieben.

Die frühe Sperrstunde in Großbritannien um 23 Uhr wird mitverantwortlich gemacht für das Kampftrinken. Noch kurz vor Toresschluss sollen sich viele Gäste einige Bierchen in sich reinschütten und gingen dann auf die Straße, wo die Betrunkenen entweder rumpöbeln, randalieren oder prügeln. Die Einführung eines neuen Gesetzes im November, das die Sperrstunde aufhebt, soll dem so genannten Binge-Drinking Einhalt gebieten.

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