Allnet Flatrate oder Prepaid – Der richtige Tarif für jeden Telefon-Typ
von Software RedaktionHeute vor 20 Jahren wurde mit dem Start der digitalen Mobilfunknetze D1 und D2 ein neues Zeitalter der Kommunikation eingeläutet. Das D1 Netz befand sich 1992 im Besitz der Deutschen Bundespost Telekom (heute Deutsche Telekom AG). Das D2 Netz wurde von Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone) betrieben. Das Mobiltelefon, im täglichen Sprachgebrauch meist als Handy bezeichnet, ist heute das Alltags-Hightech-Gerät Nummer eins. Laut Branchenverband Bitkom nutzen inzwischen mehr als 60 Mio. Deutsche das Handy regelmäßig und telefonieren damit rund 40 Stunden pro Jahr. Zwischen dem erstem Handy mit Privat- oder Geschäftskundentarif und aktuellen Smartphone Modellen wie dem iPhone 5 inklusive Allnet Flat Tarif hat sich vieles getan.
Prepaid oder Postpaid
Die ersten Privatkundentarife hielten Mitte bis Ende der 1990er Jahre Einzug im deutschen Markt. Zielgruppe waren Kunden, welche hauptsächlich in der Nebenzeit – abends und am Wochenende – telefonierten und nur gelegentlich Gespräche in der damals noch deutlich teureren Geschäftszeit führten. Zeitabhängige Preisdiskriminierungen sind heute eher die Ausnahme. Statt dessen wird heutzutage meist zu einheitlichen Minutenpreisen telefoniert. Die gängigen Tarifstrukturen haben sich dabei auch durch den Markteintritt von Prepaid-Discountern und der Etablierung von Pakettarifen verschiedener Anbieter verändert.
Im Vergleich zu früher gibt es heute weniger Gründe sich für einen oftmals relativ teuren Postpaid-Vertragstarif anstelle einer nach dem tatsächlichem Verbrauch abgerechneten Prepaid-Karte zu entscheiden. Welcher der optimale Tarif ist, hängt vom individuellen Telefonverhalten ab. Dem entsprechend lohnt es sich die angebotenen Tarife genau unter die Lupe zu nehmen. Die Kosten für eine Anrufminute ins deutsche Fest- oder in inländische Mobilfunknetze sollten heutzutage nicht mehr als 15 Cent betragen. Für SMS Nachrichten sollte nicht mehr als 14 Cent pro Einheit bezahlt werden. Discount-Anbieter wie Simyo oder Congstar bieten die Gesprächsminute und SMS zu einheitlichen Konditionen von 9 Cent pro Minute bzw. SMS an. Wer häufig mit dem Smartphone in alle Netze telefoniert und im Internet surft, zahlt bei Prepaid-Angeboten jedoch schnell mehr als nötig. Dies gilt vor allem dann, wenn die beteiligten Gesprächspartner ihre Mobilfunkverträge in unterschiedlichen Netzen gebucht haben.
Allnet Tarif vor allem für Vieltelefonierer lohnenswert
Die erste Regel bei der Tarifsuche lautet nach wie vor: Zunächst muss das eigene Telefon- und Surfverhalten mit dem Handy analysiert werden. Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse können dann Vergleichs-Rechner im Internet oder exemplarische Übersichten in Fachzeitschriften genutzt werden um anhand der individuellen Daten den passenden Tarif zu finden. Für Allnet Flatrates gibt es entsprechende Übersichten kostenlos bei all-net-flatrate.com oder teltarif.de. Aktuell werden Allnet Flats ab knapp 20 Euro pro Monat angeboten. Der Vertragsabschluss lohnt sich hier für Verbraucher mit einem durchschnittlichen monatlichen Telefonieaufkommen von mindestens 220 Minuten (Referenz-Minutenpreis 9 Cent). Um so lohnenswerter sind entsprechende Tarife für Kunden, die zusätzlich auch mobil im Internet surfen wollen, da eine entsprechende Handy-Surf-Flat bei fast allen Angeboten bereits in der Grundgebühr enthalten ist. Bei Allnet Flats werden alle Gespräche in deutsche Fest- und Mobilfunknetze sowie eine Datenflatrate zu Monatspreisen ab 19,75 Euro pauschal abgerechnet. In der Regel noch nicht im Preis enthalten ist der Versand von SMS. Die meisten Provider bieten hierzu aber eine optionale SMS Flat an.
Anbieter-Preiskampf eingeläutet durch Yourfone
Anfang April 2012 läutete yourfone (E-Plus Netz) den aktuellen Preiskampf mit seinem Allnet Flat Tarif für 19,90 Euro ein. Zahlreiche andere Anbieter folgten der neuerlich gesetzten Preismarke und unterbieten diese zum Teil sogar (vgl. Maxxim Yourflat und Klarmobil Allnet Flat, beide O2 Netz). Wer keine Zeit darauf verwenden möchte sich Gedanken darüber zu machen in welches Netz er gerade telefoniert, macht mit einer Allnet Flat in den meisten Fällen nichts falsch. Ein ausreichend hohes Telefonieaufkommen vorausgesetzt lässt sich mit einem Tarifwechsel Einiges sparen. Lohnenswert ist der Vertragsabschluss auch für Smartphone Nutzer, die regelmäßig mit ihrem Handy mobil im Internet surfen. Fazit: Wer viel in alle Netze telefoniert und im Internet surft ist mit einer Allnet Flat gut beraten. Wer vorrangig ins Festnetz anruft, zahlt mit einer reinen Festnetz Flat nur knapp 10 Euro Grundgebühr pro Monat (Übersicht). Wenigtelefonierer fahren in der Regel mit einem günstigen Prepaid-Tarif besser, zumal hier kein Laufzeitvertrag eingegangen werden muss.
Netzverfügbarkeit – Nicht nur auf den Preis achten
Bei Vielen gelten die Netze von Telekom (T-Mobile) und Vodafone nach wie vor als die besseren. Entsprechende Netztests bestätigen diese Einschätzung. Doch auch O2 hat mittlerweile stark in den Netz-Ausbau investiert, die Zeiten einer mangelnden E-Plus-Versorgung sind in der Regel ebenfalls vorbei. Gerade wer zusätzlich das mobile Internet nutzen möchte, sollte dennoch genau vergleichen, welches Netz an den häufigsten Nutzungsorten am besten ausgebaut ist. Simyo und Yourfone nutzen für ihre Dienste beispielsweise das E-Plus Netz. Überdurchschnittlich hohe Datenübertragungsraten sind hier eher nicht zu erwarten. Ein Kompromiss zwischen Preis- und hoher Datenrate beim mobilen Internet bietet Congstar mit seiner Full Flat. Der Kölner Anbieter kombiniert vergleichsweise niedrige Kosten mit einer guten Netzqualität. Kunden zahlen hier 29,99 Euro Grundgebühr pro Monat und surfen und telefonieren dabei in D1-Netzqualität.
Was meint Ihr? Welche Erfahrungen habt Ihr selbst mit der Netzqualität beim Surfen und Telefonieren zu Hause und unterwegs gemacht? Würdet Ihr für eine bessere Netzqualität den Anbieter wechseln und dafür auch etwas mehr bezahlen? Welchen Anbieter könnt Ihr empfehlen, von welchem Provider eher abraten?


