CleanSpace One - Staubsauger für den Weltraum

Hüseyin Öztürk
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In der Umlaufbahn der Erde kreisen nicht nur aktive Satelliten, sondern auch jede Menge Weltraumschrott, der immer mehr zum Problem wird. Nun hat das Swiss Space Center der EPFL den Start des Projekts CleanSpace One angekündigt, mit dem man die entsprechenden Objekte entsorgen möchte.

CleanSpace One - Staubsauger für den Weltraum

Die Gefahr die von ausrangierten Satelliten oder Überresten von Raketen ausgeht, ist nicht gerade gering. So kollidierte am 10. Februar 2009 der inaktive russische Satellit Cosmos-2251 mit dem amerikanischen Kommunikationssatellit Iridium-33, wobei dieser explodierte. Solche Vorfälle führen nicht nur zum Ausfall von diversen Diensten, sondern verursachen auch erhebliche finanzielle Schäden. Zudem entstehe durch solche Unfälle wieder neuen Trümmerteile. Die NASA soll derzeitig rund 16.000 dieser Objekte mit einem Durchmesser von mehr als 10 cm in der Erdumlaufbahn verfolgen.

“Wir müssen uns der Existenz dieses Schrotts und der durch seine Verbreitung entstehenden Risiken unbedingt bewusst werden”, erklärt Astronaut und EPFL-Professor Claude Nicollier. Deshalb wollen die Schweizer nun mit ihrem Projekt CleanSpace One den Weltraum vom Schrott befreien. Hierfür beginnt man mit dem Bau eines Prototyps, dem dann mehrere sogenannte “Rückholsatelliten” folgen sollen. Zum Einsatz kommen wird CleanSpace One in einer Höhe zwischen 630 und 750 km, wo er die Ziel-Objekte bei einer Geschwindigkeit von rund 28.000 km/h mit Hilfe eines Greifarmes packen, stabilisieren und dann den Weg in Richtung Erdatmosphäre einschlagen soll, wo beide Objekte dann verglühen. Der Fangmechanismus soll sich dabei am Tier‐ oder Pflanzenreich orientieren.

“Wir wollen eine ganze Reihe schlüsselfertiger und nachhaltiger Systeme anbieten und vertreiben,die für verschiedene zu entsorgende Satelliten geeignet sind”, erklärt Swiss Space Center-Direktor Volker Gass. “Die Raumfahrtagenturen müssen sich zunehmend mit der Entsorgung dessen befassen,was sie in den Weltraum schicken, und sich darauf vorbereiten. Und wir wollen dabei eine Vorreiterrolle übernehmen”

Die Planung und der Bau des CleanSpace One und die anschließende Mission sollen rund 10 Millionen Franken kosten. Nachdem die Finanzierung gesichert ist, rechnet man mit dem ersten Einsatz in drei bis fünf Jahren. Wie nötig diese Aufräumarbeiten sind zeigt eine Studie der Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re. Demnach würde die jährliche Wahrscheinlichkeit bei 1:10.000 liegen, dass Trümmer mit einer Größe von mehr als 1 cm mit einem Satelliten in der Umlaufbahn zwischen 600 und 1000 km kollidieren. Weitere Informationen zu CleanSpace One findet man auf der EPFL-Webseite.

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