Dieser Ultraschall-Wäschetrockner soll Milliarden Euro einsparen

Stefan Bubeck

Neun Milliarden US-Dollar (umgerechnet 8,3 Mrd. Euro) geben Amerikaner jährlich für Strom aus – nur fürs Wäsche trocknen. Ein Forscherteam aus Tennessee hat eine neue Trockner-Technik entwickelt, die ohne Hitze auskommt und wahnsinnig schnell ist.

Dieser Ultraschall-Wäschetrockner soll Milliarden Euro einsparen

Wäschetrockner sind ein Segen der industrialisierten Welt – leider sind sie ineffizient. Sie verbrauchen große Mengen Energie, in den USA entspricht der Leistungshunger rund 4 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Privathaushalte. Abgesehen von den Kosten ist auch aus ökologischer Sicht Handlungsbedarf vorhanden, die seit Jahrzehnten verwendete Technik sollte dringend ersetzt werden. Am Oak Ridge National Laboratory (Oak Ridge, Tennessee) arbeitet man an einem vielversprechenden Ansatz, bei dem Ultraschall die Feuchtigkeit aus der Kleidung „schüttelt“.

Ultraschall-Wäschetrockner-Revolution: Doppelt so schnell, zehnmal weniger Stromverbrauch

So funktioniert’s: Auf herkömmliche Heizelemente wird verzichtet, stattdessen kommen piezoelektronische Wandler zum Einsatz, die Kristalle zum Schwingen bringen. Allerdings kein gemütliches Rütteln, sondern vielmehr ein superschnelles Zittern – die Frequenz liegt im Ultraschallbereich und ist für Menschen nicht hörbar. Die Feuchtigkeit der Kleidung wird durch die Vibrationen in Nebel umgewandelt, der sofort abgesaugt wird. Die Abluft ist kalt, denn Hitze ist bei diesem Verfahren schließlich nicht notwendig.

„Die ersten Resultate waren sehr beeindruckend. Wir konnten ein Stück Stoff in nur 14 Sekunden trocknen. Würde man das mit Hitze versuchen, dauert es mehrere Minuten,“ so der Wissenschaftler Ayyoub Momen. Ein netter Nebeneffekt: Durch die Ultraschall-Methode geht die Kleidung nicht mehr ein und außerdem entstehen viel weniger Fussel, da kaum Abrieb vorhanden ist.

Das Forscherteam arbeitet bereits mit dem Hersteller General Electric zusammen, bisher existiert aber nur ein funktionierender Prototyp. Bis Ultraschall-Wäschetrockner marktreif sind, dürften noch einige Jahre vergehen.

Anmerkung: Das Titelbild dieses Artikels zeigt die Forscher Viral Patel, Ayyoub Momen, Roger Kisner und Kyle Reed vor dem „ORNL ultrasonic dryer“. (Foto: Oak Ridge National Laboratory)

Quellen: Oak Ridge National Laboratory, Office of Energy Efficiency & Renewable Energy

Neue Artikel von GIGA TECH