Digitaler Wandel: Siemens-Chef fordert ein Grundeinkommen

Stefan Bubeck
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„Einige werden auf der Strecke bleiben“ – die Digitalisierung und künstliche Intelligenzen werden die Arbeitswelt in naher Zukunft massiv verändern. Auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel wurde über die Folgen für uns Menschen gesprochen.

Digitaler Wandel: Siemens-Chef fordert ein Grundeinkommen

Technik und Wirtschaft – das sind zwei Bereiche, die eng verwoben sind. Der technische Fortschritt wirkt sich immer auch auf das Arbeitsleben aus, für gewöhnlich wird die Effizienz gesteigert. Das könnte aber nach Ansicht von Experten schneller gehen, als es uns Recht ist. Die dazugehörigen Warnungen sind an sich nicht neu, schon seit Jahrzehnten befürchten Kritiker die Übernahme aller Tätigkeiten durch Roboter.

Der Wirtschaftslenker will eine bessere soziale Absicherung für die Menschen

Joe Kaeser ist der Vorstandsvorsitzende des Siemens AG – mit über 348.000 Mitarbeiter einer der größten Elektrotechnikkonzerne der Welt. Auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung äußerte sich der Konzern-Chef in Anbetracht der Herausforderungen zukünftiger Arbeitswelten auf unerwartete Weise und plädierte unmissverständlich für ein Grundeinkommen.

Es würden „einige auf der Strecke bleiben, weil sie mit der Geschwindigkeit auf der Welt einfach nicht mehr mitkommen“. Der Wandel lasse aber kein Warten zu. Deshalb habe die Gesellschaft die Aufgabe, die Menschen zu versorgen und ihnen zu zeigen: „Da ist einer da, der hilft mir.“ Der Siemens-Boss stellte klar: „Eine Art Grundeinkommen“ werde „völlig unvermeidlich sein“. Details dazu nannte er nicht, betonte lediglich die Notwendigkeit eines Umdenkens: “Weil die Gesellschaft das nicht respektieren und akzeptieren kann. Weil nicht jeder auf dieser Welt Software-Ingenieur ist.”

Die anderen Expertenstimmen auf dem Treffen im Berlin gingen in eine ähnliche Stoßrichtung. Immer wieder ging es um die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI). „Die Schere geht immer weiter auf, die menschliche Arbeit hat immer weniger Anteil an der Produktivität,“ so Yvonne Hofstetter, Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH – einem Unternehmen, das Systeme der künstlichen Intelligenz entwickelt.

Ob und wann selbstfahrende Lastwagen alle Trucker ersetzen können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass es manche Jobs in Zukunft nicht mehr geben wird, zumindest nicht in der bekannten Form. Davon könnten dann auch Bürotätigkeiten betroffen sein – Systeme wie Amazon Alexa oder Google Assistant sind schon heute da und bewältigen zahlreiche einfache Anfragen, die einem den Alltag erleichtern.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit prognostiziert derweil für Deutschland, dass bis zum Jahr 2025 rund 1,5 Millionen traditionelle Arbeitsplätze verschwinden könnten – sie werden durch anspruchsvolle Computerbedienjobs ersetzt.

Quelle: SZ

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