Herz aus dem 3D-Drucker: Schau dir an, wie es pumpt!

Stefan Bubeck
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Es ist ein Silikonherz, das pumpt wie sein echtes menschliches Gegenstück. Kann das Technikwunder aus dem 3D-Drucker der ETH Zürich eines Tages Spenderherzen ersetzen? Vielleicht ja – aber noch gibt es leider einen Haken.

Es ist nicht das erste Kunstherz überhaupt – sondern vielmehr das erste weiche Silikonherz, das besonders nah am Original ist. Das gilt für seine Größe (Volumen von 679 cm³) und die Funktionsweise – dieses Objekt pumpt richtig und hat wie sein Vorbild eine rechte und eine linke Herzhälfte. „Ziel muss also sein, ein Herz zu entwickeln, das ungefähr die gleiche Größe hat, wie das eines Patienten und welches das menschliche Herz in Form und Funktion so gut wie möglich imitiert,“ so Nicholas Cohrs. Der Forscher ist Doktorand in der Gruppe von Wendelin Stark, Professor für Funktionelles Material-Engineering an der ETH Zürich.

Silikonherz aus dem 3D-Drucker: „Vermutlich eines der Besten der Welt“

Herkömmliche Kunstherzen seien anfällig für mechanische Störungen und kommen zudem ohne Puls aus – es ist allerdings unklar, ob solche nicht-pulsatilen Herzunterstützungssysteme negative Auswirkungen auf den Körper haben könnten. Das 390 Gramm schwere Silikonherz ahmt hingegen die Muskelkontraktionen nach, um Flüssigkeit zu pumpen.

Anastasios Petrou, Doktorand bei der Professur für Produktentwicklung und Konstruktion: „Vermutlich ist unser System momentan eines der Besten der Welt“. In der Tat beeindruckt das Video des pulsierenden 3D-Drucker-Herzens auch Laien und macht Hoffnung auf eine Zukunft, in der die 26 Millionen Menschen mit Herzinsuffizienz nicht mehr bangen müssen, ob sie ein Spenderherz erhalten. Diese sind nämlich Magelware, ein künstlicher Ersatz könnte der Befreiungsschlag aus dieser Situation sein.

Leider steht die Forschung noch am Anfang, das künstliche Herz der ETH hält aktuell nur rund 3.000 Schläge durch, nach einer halben Stunde ist also Schluss. „Es handelt sich bei diesem Versuch klar um einen Machbarkeitstest. Unser Ziel war nicht, ein implantierbares Herz vorzustellen, sondern bei der Entwicklung von künstlichen Herzen in eine neue Richtung zu denken,“ so Chors.

Fazit: Ein toller Erfolg der Schweizer. Nun bleibt zu hoffen, dass im nächsten Schritt die Materialeigenschaften und die Leistung noch verbessert werden können.

Quelle: ETH Zürich

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