Militärtechnik: Drohne aus Pappe löst sich nach Einsatz auf

Stefan Bubeck

Eine stabile und leichte Einwegdrohne aus Pappe für Einsätze ohne Rückflug – das hatte die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums in Auftrag gegeben und nun mit „Apsara“ auch bekommen. Die Bauteile lösen sich innerhalb von Tagen selbst auf.

Militärtechnik: Drohne aus Pappe löst sich nach Einsatz auf

Etwas sperrig ist der Name schon: „Aerial Platform Supporting Autonomous Resupply Actions“ – kurz „Apsara“, so heißt ein kürzlich vorgestellter neuartiger Drohnentyp. Entwickelt für militärische Einsätze soll Apsara Hilfsgüter ausliefern, anstatt Schaden anzurichten. Das Zielgebiet sind entlegene Gegenden, in denen die Infrastruktur unzureichend ist.

Apsara: Im Gleitflug zum Ziel

Was hat es mit dem „fortschrittlichsten industriellen Papierflugzeug der Welt“ auf sich? Die Idee dahinter ist der Einsatz ohne Rückflug. Das Design ist das eines Gleiters, die Drohnen sollen eines Tages in großer Stückzahl aus Militärtransportflugzeugen (Boeing C-17) über dem Zielgebiet abgeworfen werden und zu Boden segeln. Nach der Landung zerfällt das Flugobjekt von alleine: Die Pappe ist biologisch abbaubar und auch die Steuerungselektronik könnte ähnliche Eigenschaften aufweisen. An Bord befindet sich ein kleiner Computer, Sensoren und Steuerungselemente. Im Gegensatz zu einem Fallschirm können die Gleiter bestimmte Positionen zielgenau anfliegen, etwa um Impfstoffe oder Medizin auszuliefern.

Bei den Erfindern der Papdrohne handelt es sich um die Gruppe Otherlab aus San Francisco. Sie befasst sich mit dem Bau von Prototypen und der Umsetzung von Ideen aus den Bereichen Robotik, erneuerbare Energien, Medizintechnik und Software. Das neueste Projekt Apsara wurde von der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) des US-Verteidingungsministeriums gefördert. Das entsprechende Programm nennt sich Inbound, Controlled, Air-Releasable, Unrecoverable Systems (ICARUS). Auch die Voraussetzungen für „selbstzerstörende“ Elektronik sind bereits vorhanden. Das Programm „Vanishing Programmable Resources“ (VAPR) erforscht elektronische Bauteile, die per Auslöser aufgelöst werden können.

Quellen: Recode, Otherlab

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