Let's Play Report - Video-Volkssport: Ich spiele, du guckst zu

Tobias Heidemann
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Spiele sind zum Spielen da. Doch sie sind auch Grundlage für eine ganz andere Kunstform der Unterhaltung: Die Let’s Play-Videos, kurz LPs. Zunächst gab es sie nur in englischer Sprache, doch seit 2006 ist auch das Erstellen von Let’s Play-Videos auf Deutsch zum Volkssport mutiert. Unzählige, mehr oder weniger talentierte Let’s Player besiedeln Online-Video-Plattformen wie YouTube. Sie organisieren sich in Foren und kooperieren oder konkurrieren sogar untereinander.

Let's Play Report - Video-Volkssport: Ich spiele, du guckst zu

Ein Let’s Play-Video besteht aus einem Gameplay-Video und den durchgängigen Kommentaren der Spieler. Die simultan zum Spiel aufgenommenen Kommentare sind meist witzig und schweifen auch mal vom eigentlichen Spiel ab. Da ist viel Raum für eine Menge Blödsinn. Gerade deswegen erfreuen sich die LPs so großer Beliebtheit.

Ein guter Let’s Player muss nicht einmal ein herausragender Gamer sein. Es zählt vor allem das Talent, spontan auf die Spielereignisse zu reagieren und immer den richtigen Spruch parat zu haben. Wenn dann auch noch Bild- und Tonqualität stimmen sind die Vorraussetzungen für ein gutes LP gegeben. Da Spiele im Schnitt 10 Stunden Spielzeit erfordern, muss der Let’s Player seine Qualität im gesamten Spiel halten, damit seine Zuschauer dranbleiben.

Let’s Play-Videos dienen einzig und allein der Unterhaltung. Sie dienen nicht als Hilfe oder als ernsthafte Beurteilung, sind also weder Walkthrough noch Test-Video. Die Intention der Let’s Player ist es, die Zuschauer so gut zu amüsieren, dass sie ihnen bis zum Ende des Spiels begleiten. Im Grunde ist jedes Spiel geeignet, um als LP verarbeitet zu werden. Es gibt jedoch Genres, die ganz besonders gerne für LPs genommen werden.

Let’s Play Horror-Games

Horror-Spiele wie “Project Zero” oder “Amnesia – The Dark Decent” werden gerne für LPs benutzt. Die Let’s Player spielen meist “blind”, sie haben das Game also selber noch nicht gespielt. Unterhaltsam sind vor allen die Reaktionen auf die Schock-Effekte.

Die Let’s Player reagieren – wie jeder normale Spieler auch – unterschiedlich auf die gemeinen Schock-Szenen der Horrorspiele. Der eine ist zunächst vom Schock überwältigt, die andere…

….kreischt und flucht.

Und wieder andere….

…verfallen in blanke Panik und sollten sich besser einem anderen Genre zuwenden.

Spieler, die selbst keine Horror-Games spielen wollen oder können, dürfen sich hier mitgruseln. Zuschauer, die das Spiel schon durchgezockt haben, dürfen ungezügelt schadenfroh sein, wenn sie wissen, dass hinter der nächsten Ecke etwas lauert.

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