PC schneller machen: Computer zu langsam? Optimierung der Geschwindigkeit

Johannes Kneussel
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Euer PC ist unfassbar langsam? Wir zeigen euch, mit welchen Mitteln ihr den Computer wieder schneller machen könnt und welche Möglichkeiten der Optimierung wirklich etwas bringen.

Video | Kamal against the Machine: Computer

Euer Computer ist zu langsam? Daran kanns liegen

Läuft der PC bereits seit Jahren, es wurden viele Programme installiert und Dateien auf der Festplatte abgespeichert, passiert es mit ziemlicher Sicherheit: Der PC wird immer langsamer, das Arbeiten macht keinen Spaß mehr und ist zeitaufwendig. Es ist also an der Zeit, sich daran zu machen, dem eigenen Computer wieder Feuer unterm Hintern zu machen und ihn durch Optimierungen und Upgrades zu beschleunigen.

Wir verraten euch, welche Maßnahmen wirklich einen Geschwindigkeitsschub bringen und was ihr getrost lassen könnt bzw. sogar unterlassen solltet, da ihr euren Computer sogar noch zusätzlich verlangsamen könnt.

Computer beschleunigen: Einige Basis-Tipps

Beherzigt ihr diese Basis-Grundlagen, kann man die Einbußen in Sachen Geschwindigkeit schon von Anfang an begrenzen und den Computer auch im Nachhinein wieder etwas flotter machen.

Volle Festplatte = langsamer PC

  • Sorgt dafür, dass eure Festplatte nicht übervoll ist. Klickt auf den Arbeitsplatz und schaut euch an, ob ihr noch Speicherplatz auf dem Datenträger zur Verfügung habt. Eine übervolle Festplatte bremst den PC unnötig aus. 
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  • Sind auf eurer Festplatte nur noch wenige Gigabyte (GB) frei und der Balken ist vielleicht sogar schon nicht mehr blau, sondern rot, wird es Zeit, unnötige Daten von der Festplatte zu löschen.
  • Um unnötige Daten zu löschen, könnt ihr beispielsweise Programme deinstallieren, die ihr nicht benötigt.
  • Öffnet dazu die Systemsteuerung und klickt anschließend auf Programme deinstallieren und wählt die Programme aus, die entfernt werden sollen.
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  • Zusätzlich könnt ihr die Festplatte nach Dateien durchsuchen, die ihr nicht mehr benötigt. Eigene Dateien findet ihr in der Regel in eurem persönlichen Ordner. 
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  • Mit Programmen wie dem CCleaner könnt ihr außerdem noch zusätzliche Dateien auf der Festplatte löschen, die von Windows nicht mehr benötigt werden. Aber Vorsicht, häufig werden hier auch Cookies eures Browsers mitgelöscht, sodass ihr häufig beim Surfen wieder all eure Passwörter neu angeben müsst.
  • CCleaner möchte in neueren Versionen gerne immer in Windows aktiv sein und auch beim Systemstart mitgestartet werden. Ihr könnt euch vorstellen, dass das nicht förderlich für die Geschwindigkeit des Rechners ist. Nutzt ihr Programme wie diese, stellt also sicher, dass sie nicht unnötigerweise im Hintergrund aktiv sind und den PC zusätzlich ausbremsen.
  • Habt ihr einfach nicht genug Platz auf der Festplatte, könnt ihr über einen zusätzlichen Datenspeicher nachdenken. Diese Festplatten gibt es auch

Sauberer Desktop und Startup sorgt für schnellen Computer

  • Habt ihr unzählige Dateien auf dem Desktop abgelegt: Weg damit! Diese werden beim Systemstart von Windows alle geladen und verbrauchen unnötig Rechenleistung. Sortiert Bilder, Installationsdateien usw. in entsprechende Ordner auf eurer Festplatte.
  • Das gleiche gilt für Programme: Viele auf Windows installierte Programme nehmen sich gerne das Recht heraus, im Hintergrund zu laufen – auch wenn dies überhaupt nicht nötig ist. Benötigt ihr also ein Programm nicht mehr, weg damit! Deinstalliert es. Wie das geht, konntet ihr weiter oben im Artikel ja bereits lesen.
  • Habt ihr Windows 8 oder eine neuere Version, könnt ihr über Strg+Alt+Entfernen nicht nur den Taskmanager öffnen, sondern auch festlegen, welche Programme beim Systemstart von Windows mitgestartet werden dürfen.

Windows-10-Taskmanager-Autostart

PC schneller machen: Braucht ihr neue Hardware?

Ist euer PC schon gefühlte Jahrhunderte alt, könnt ihr außerdem darüber nachdenken, bestimmte Hardware-Komponenten aufzurüsten, wenn es denn kein ganz neuer Rechner sein soll. Vor allem ein neuer Prozessor oder mehr RAM wirken häufig Wunder. Häufig als Flaschenhals übersehen, aber mit extrem großen Einfluss auf die Arbeitsgeschwindigkeit: Festplatten. Wollt ihr euch ohnehin ein größeres Modell zulegen, könnt ihr über den Kauf einer SSD nachdenken.

Mehr Informationen zum Aufrüsten eures PCs findet ihr hier:

Übertakten: Macht Overclocking meinen PC schneller?

  • Denkt ihr über das Übertakten eurer CPU nach, dann solltet ihr bedenken, dass sich der Geschwindigkeitsschub hier häufig in Grenzen hält und der Vorgang auch mit einigen Gefahren verbunden ist.
  • Einen Prozessor solltet ihr also nur übertakten, wenn ihr wisst, was ihr tut – und das letzte zusätzliche Frame aus Spielen herausholen möchtet.
  • Generell nur sinnvoll fürs Zocken ist das Übertakten der Grafikkarte.

Optimierung der Geschwindigkeit per Software-Tweaks – 6 weitere Tipps & Tricks

Ihr wollt noch mehr aus eurem PC herausholen? Hier sind noch sechs weitere Tipps & Tricks, mit denen ihr den Computer beschleunigen und optimieren könnt:

1. Alle Updates und aktuelle Treiber installieren

Häufig kann es den PC bereits etwas beschleunigen, aber vor allem auch sicherer machen, wenn ihr darauf achtet, immer die neuesten Windows-Updates und Treiber für euren PC installiert zu haben

  • Entsprechende Treibersoftware findet ihr auf der Website des PC-Herstellers.
  • Windows-Updates werden in der Regel automatisch installiert.

2. Tuning-Software schadet oft mehr als sie bringt

Eher eine Warnung als ein Tipp, wie man den PC schneller machen kann: Verzichtet auf Programme, die versprechen, auf Knopfdruck vollautomatisch euren PC zu optimieren und ihn zu einer Geschwindigkeitsrakete werden zu lassen. Tuning-Programme bringen meist wenig bis gar nichts – im Gegenteil, sie können den Computer sogar verlangsamen. Nutzt also gerne Programme, die überschüssige Programme und Daten von der Festplatte löschen, um Platz zu schaffen, aber erwartet nicht, dass die angeblichen Systemoptimierer auch nur den geringsten positiven Effekt auf euren Rechner haben.

3. Reinigen der Registry hat keinen Effekt – außer eventuell negative

Ein Haufen von Programmen bietet  an, die angeblich fehlerhafte oder zugemüllte Registry zu durchforsten, Fehler zu finden, sie zu beseitigen, dann alles zu “defragmentieren” und so den PC deutlich schneller zu machen. Eine ganze Reihe von internationalen Untersuchungen hat gezeigt, dass diese Behauptungen eher dem Reich der Sagen zuzuordnen sind.

  • Tatsächlich handelt es sich bei der Registry um eine Datenbank mit Index.
  • Zugriffe erfolgen schnell, eine reale Defragmentierung gibt es gar nicht und selbst hohe fünfstellige Einträge sollen keine merkbare Verlangsamung des Rechners bewirken.
  • Und andersherum kann man eben nicht seinen PC dadurch schneller machen, indem man Einträge entfernt oder deren Reihenfolge ändert.
  • Selbst wenn es sich um fehlerhafte Überbleibsel früher installierter Programme handelt, wird dadurch in der Regel keine Verlangsamung bewirkt.
  • Schlimmstenfalls können zwar Fehler in der Registry zu einem Absturz und seltsamen Verhalten von Windows führen, aber diese Art von Fehlern können solche Programme gar nicht finden oder erkennen.
  • Wenn ein Programm fehlerhafte Parameter eingetragen hat, aber Art und Zuweisung dieser Parameter stimmt, kann das zu Störungen führen.

Man kann ruhig probieren, ob man seinen PC schneller machen kann, indem man die Registry “optimiert”. Beispielsweise mit dem Tool Auslogics Registry Defrag. Aber sehr wahrscheinlich wird jede gefühlte Beschleunigung danach eher Einbildung sein. Messbar passiert da vielleicht etwas, aber an der Performance ändert sich nichts.

4. Festplatte formatieren, Windows zurücksetzen

Ist euer Windows furchtbar langsam und alle Optimierungsmaßnahmen scheinen nicht zu fruchten, dann solltet ihr darüber nachdenken, eure Festplatte zu formatieren und Windows anschließend neu zu installieren. Das bringt erfahrungsgemäß einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub mit. Aber Vorsicht, ihr benötigt dafür einige Stunden Zeit und solltet außerdem etwas Expertise mit PCs haben, um nichts falsch zu machen.

5. Autostart mit Autoruns perfekt steuern

Auch wenn der Nutzen mancher Aktionen zur PC-Optimierung umstritten ist, gibt es immer noch einige nützliche Schritte, um die PC-Geschwindigkeit zu verbessern. Wer seinen Computer schneller machen will, stört sich häufig schon an der langen Zeit, die der PC zum Booten benötigt. Abgesehen davon, das sich das ebenfalls durch die oben genannte Speichererweiterung beschleunigen lässt, haben wir es in der Hand, den Rechner schneller zu machen.

  • Eine Bremse beim Bootvorgang ist die teilweise sehr hohe und unnötige Zahl automatisch startender Programme.
  • Sehr viele Programme setzen sich in der Autostartgruppe fest, um bereit zu sein, wenn man sie vielleicht irgendwann mal benötigt.
  • Oft stellt sich dann aber heraus, dass man sie bestenfalls alle drei Monate mal braucht und dann könnte man sie genauso gut von Hand starten.
  • Solche Programme belegen unnötig Hauptspeicher, was – wie wir nun ja wissen – den Computer langsamer machen kann.
  • Abgesehen davon wird auch die Zeit verlängert, die der PC zum Booten braucht.
  • Als nützliches Werkzeug für die Suche und Behandlung solcher Bremsen hat sich Sysinternals Autoruns erwiesen.
  • Es zeigt uns alle automatisch startenden Programme und Dienste an.
  • Mit einem Klick kann man sie deaktivieren oder auch wieder aktivieren und so dafür sorgen, dass sich die Zahl der automatisch startenden Software deutlich verringert.
  • Das beschleunigt nicht nur das Booten, sondern kann den PC schneller machen, weil nun mehr Hauptspeicher für wichtige Anwendungen zur Verfügung steht.
  • Dadurch muss Windows seltener auf die Auslagerungsdatei zugreifen.

6. Defragmentierung der Festplatte?

Wie eingangs schon erwähnt, ist durch das Dateisystem NTFS das Problem der Datenträgerfragmentierung deutlich geringer geworden, als es noch früher der Fall war. Nichtsdestotrotz ist Windows an irgendeinem Punkt der Festplattennutzung gezwungen, Dateien fragmentiert auf die Platte zu schreiben. Und wenn es sich dabei um Dateien handelt, die bei der täglichen Arbeit regelmäßig genutzt werden, dann führt auch das zu einer Verlangsamung des Systems. Die Antwort lautet also “Ja, durch eine regelmäßige Defragmentierung der Platte kann man den PC schneller machen. Es handelt sich dabei im Einzelnen zwar nur um Sekundenbruchteile, aber in der Summe kann sich das doch schon bemerkbar machen. Das gilt allerdings nicht für SSDs, die nicht defragmentiert werden müssen bzw. sollten.

  • Dazu benötigt man keine speziellen Programme. Windows selbst enthält eine Festplattendefragmentierung, bei der man sogar regelmäßige Aufräumaktionen planen und so seine Festplatte schneller machen kann.
  • Im Fenster Computer werden alle Laufwerke aufgelistet.
  • Ein Rechtsklick darauf öffnet das Kontextmenü und unter Eigenschaften finden wir den Reiter Tools, der unter anderem die Festplattendefragmentierung enthält.

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