Hackerangriff über Ersatzteile: Vorsicht bei Smartphone-Reparaturen

Simon Stich

Ein ausgetauschtes Display als Sicherheitsrisiko? Israelische Forscher haben jetzt gezeigt, wie einfach die Kontrolle über ein Smartphone durch Ersatzteile möglich ist. Sowohl Android- als auch Apple-Geräte sind betroffen.

Hackerangriff über Ersatzteile: Vorsicht bei Smartphone-Reparaturen

So ein kaputtes Display wird schnell ausgetauscht, wahrscheinlich beim nächsten Handy-Laden. Originalteile werden hier nicht immer verbaut, oft sind es Imitate. Apple zum Beispiel vertraut hier nur „autorisierten Händlern“, alle anderen müssen sich mit Fälschungen eindecken, um iPhone-Displays reparieren zu können. Welche Chips hier zum Einsatz kommen weiß auch der Händler oft nicht.

Sicherheitsforscher der Ben-Gurion-Universität im israelischen Beer Sheva haben auf der Cyber Security Week aufgezeigt, wie einfach so ein Angriff ablaufen kann. Ein Ersatz-Display ist vorher mit einem Chip präpariert worden. Der Nutzer merkt überhaupt nichts – doch sein Smartphone ist zum ferngesteuerten Zombie geworden.

Smartphone offen für Angriffe

Nicht nur Laien können den Unterschied zum nicht-präparierten Smartphone feststellen. Auch die Experten selbst müssen schon mit der Lupe dran, um den Angriff über Ersatzteile überhaupt zu bemerken. Neben Display könnten auch andere Bauteile für einen Hackerangriff genutzt werden, wie zum Beispiel Ladegeräte.

Einmal präpariert steht das Smartphone komplett offen. Tastatureingaben können protokolliert, Apps installiert, Fotos gemacht, Passwörter übertragen und der Nutzer auf Phishing-Seiten geleitet werden.

Wirklich schützen können wir uns nur, wenn Originalteile verbaut werden. Bei iPhones heißt das derzeit leider immer noch: Nur an Händler wenden, die Verträge mit Apple geschlossen haben. Android-Nutzer sollten darauf bestehen, dass nur Bauteile des Herstellers zum Einsatz kommen.

Quelle: Omer Shwartz via Engadget

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