Mit Hilfe der App HawkSpex mobile kannst du beispielsweise prüfen, ob ein Apfel tatsächlich noch nie mit Pestiziden behandelt wurde. Darüber hinaus sind die Einsatzmöglichkeiten nahezu unbegrenzt.

HawkSpex mobile: Diese normale App prüft Lebensmittel auf Pestizide und Frische

Forscher am Fraunhofer-Institut haben eine App entwickelt, mit der sich Lebensmittel analysieren lassen. Damit kann beispielsweise festgestellt werden, ob es sich bei dem Apfel um ein Bio-Produkt handelt oder ob er mit Pestiziden verseucht wurde. Das soll aber nicht der einzige Einsatzzweck der Technologie sein. Udo Seiffert, der Kompetenzfeldleiter für Biosystems Engineering am Institut, hat für HawkSpex mobile große Pläne. Beispielsweise soll die Anwendung künftig feststellen können, wie frisch die gekaufte Wurst ist, ob die Pflanze krank ist, obwohl sie gesund aussieht und welche Pflegeprodukte die eigene Haut gerade nötig hat. Sogar der Lack eines Autos soll überprüft werden können. Damit lassen sich beispielsweise beim Gebrauchtwagenkauf frühere Unfallschäden identifizieren, die für das freie Auge nicht erkennbar sind.

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Analyse durch Lichtreflexion

Bewerkstelligt wird das Ganze durch die Front-Kamera und den Bildschirm eines herkömmlichen Smartphones. Das Gerät muss lediglich zwei bis drei Zentimeter über dem zu scannenden Objekt platziert und die App gestartet werden. Daraufhin wird das Produkt kurz in unterschiedlichen Farbtönen beleuchtet, die Reflexionen werden über die Frontkamera eingefangen. Jene werden anschließend analysiert und mit der Datenbank abgeglichen. Auf diese Weise kann die App feststellen, um welches Objekt es sich handelt und welche chemischen Eigenschaften vorliegen.

Für jenes Analyseverfahren ist normalerweise eine Hyperspektralkamera beziehungsweise ein Lichtspektrometer erforderlich. Ein solches Gerät hat SCiO im Rahmen des MWC 2016 bereits vorgestellt. Auf der CES 2017 wurde das Smartphone Changhong H2 gezeigt, welches ebenfalls mit einem solchen Spektrometer ausgestattet ist und unterschiedliche Eigenschaften von Lebensmitteln, Tabletten und ähnlichem erkennen kann.

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Der Vorteil der App HawkSpex mobile ist natürlich, dass sie universell auf jedem Smartphone einsetzbar ist und keine Zusatzhardware benötigt. Derzeit wird die App nur für Android-Geräte entwickelt, allerdings würde die Technik auch auf iPhones funktionieren, so Seiffert.

Geheimzutat: Künstliche Intelligenz

Alleine mit dem aufgenommenen Lichtspektrum kann das Smartphone natürlich noch nichts anfangen. Deshalb sorgen die Forscher mit Hilfe künstlicher Intelligenz dafür, dass die App auch versteht, was sie sieht. Durch die ständige Weiterentwicklung, neue Lernprozesse und mehr Messungen wird die künstliche Intelligenz immer schlauer, der Funktionsumfang der App ständig weiterentwickelt und kennt quasi keine Grenzen. Die stetig steigende Anzahl an Messungen soll die Fehlerquote der App bis Ende 2017 nach unten treiben, sodass unterschiedliche Objekte und deren Eigenschaften zuverlässig zugeordnet werden können. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, soll die App auf den Markt kommen. Ein Patent für die Technologie haben die Forscher bereits angemeldet.

Quelle: Fraunhofer-Institut via: Zeit.de (Bildquelle: Fraunhofer-Institut)

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