Finding Paradise trägt einen anderen Titel als sein Vorgänger To the Moon, verkörpert aber die gleichen Werte wie die emotionale Indie-Perle.

Wer noch eine Packung Taschentücher übrig hat und To The Moon noch nicht gespielt hat, sollte dies unbedingt nachholen, denn der Indie-Geheimtipp erzählt eine bewegende, lustige und ehrliche Geschichte über das Leben, den Tod und alles dazwischen.

To the Moon 2 - Finding Paradise - Trailer
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Zwar setzt Finding Paradise nicht zwingend voraus, mit dem Original vertraut zu sein — allein der Name suggeriert bereits, dass es sich um ein eigenständiges Spiel und keine Fortsetzung handelt — es gibt nur schlicht keinen Grund, To The Moon nicht gespielt zu haben.

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Erneut begleitest du Dr. Eva Rosalene und Dr. Neil Watts bei ihrer Arbeit für die Sigmund Corp. Deren Aufgabe ist es, sterbenden Menschen Erinnerungen zu schenken, etwa ein Leben als Rockstar, eine erfüllte Ehe oder wie im Vorgänger eine Reise zum Mond.

Was macht ein erfülltes Leben aus?

Dieses Mal stellt sich diese Arbeit jedoch als etwas verzwickter heraus: Ihr Patient Colin führte ein erfolgreiches Leben als Pilot, hat eine Frau, einen Sohn, lebt in einem geräumigen Apartment am See und scheint alles im Leben erreicht zu haben. Trotzdem wünscht er sich von der Sigmund Corp. ein erfülltes Leben gelebt zu haben — ohne wesentliche Änderungen in seiner Biographie vorzunehmen.

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Um ihm den ungewöhnlichen Wunsch zu erfüllen, reisen Rosalene und Watts also in seine Erinnerungen, um sein Leben zusammen zu puzzeln und herauszufinden, wie sie Colin helfen können. Doch auch das stellt sich als deutlich komplizierter heraus, als zunächst angenommen: Statt sich immer weiter in die Vergangenheit – also bis in die Kindheit Colins – zu arbeiten, springen seine Erinnerungen stets zwischen Alter und Jugend hin und her. Eine Spirale aus Erinnerungen, die um einen zentralen Punkt in der Mitte seines Lebens zu kreisen scheinen.

Von der Linearität des Originals hat Finding Paradise nichts verloren, ist aber in seinen Mechaniken deutlich verspielter. Einen wirklichen Einfluss hast du in den Verlauf der Handlung zwar immer noch nicht, dafür werden die immer gleichen Point-and-Click-Mechaniken durch kreative Ausflüge aufgelockert, etwa in dem du kurze Matches á la Street Fighter bestreitest. Trotz der tendenziell sehr melancholischen Grundstimmung kann das Spiel besonders in diesen Momenten erneut mit seinem einzigartigen Humor überzeugen, vor allem dank des verspielten Dr. Watts.

Finding Paradise
Entwickler: Freebird Games
Preis: 9,99 €

Mein Fazit zu Finding Paradise

Es hat einen Grund, dass das neue Spiel der Freebird Games nicht To the Moon 2 heißt, sondern den Titel Finding Paradise trägt. Das Spiel erzählt seine ganz eigene Geschichte, die natürlich von der Kenntnis des Originals profitiert, aber diese nicht zwingend voraussetzt. Die Story ist deutlich technischer und weniger emotional als der Vorgänger, in den richtigen Momenten ist die Packung Taschentücher neben dem Bildschirm dann aber dennoch Pflicht. Nur technisch ist alles beim alten. Ob der archaische Look des RPG Makers jedoch charmant oder eher veraltet daher kommt, muss jeder Spieler selbst entscheiden.

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Wird dir gefallen, wenn dich bereits To the Moon zu Tränen gerührt hat und du dich auf ein Wiedersehen mit Dr. Rosalene und Dr. Watts freust.

Wird dir nicht gefallen, wenn dir Grafik und Gameplay wichtiger sind als eine lineare Erzählung, die wenig bis gar keine Entscheidungen erlaubt.

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