Seven - The Days Long Gone im Test: Der zaubernde Hacker-Dieb

Michael Sonntag

Stehle als Dieb, töte als Assassine, schleiche als Schatten, zaubere als Magier und hacke als Techniker – und das alles in einer Person! Deiner Fantasie sind bei Seven – The Days Long Gone keine Grenzen gesetzt.

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Seven - The Days Long Gone - Ankündigungstrailer

Es hörte sich schon nach einer guten Mischung an, als es hieß, dass ehemalige Witcher-Entwickler sich mit dem Studio IMGN.PRO zusammentun, um an einem RPG zu arbeiten. Heraus kam dabei ein isometrisches Schleich- & Kampf-Spiel, das eine Genre Mix-Welt in stylisher Cellshading-Optik präsentiert.

Ihr wisst nicht, wen ihr hier eingesperrt habt

Mein Name ist Teriel. Auf dem Gebiet des Stehlen, Schleichen und Töten bin ich als Meister bekannt. Nichtsdestotrotz genieße ich keinen guten Ruf bei meiner Gilde. Sie würden es auf meine Überheblichkeit schieben, ich auf ihren Neid. Wie dem auch sei, mein letzter Raubzug in eine Villa – ein idotensicheres Ding – ging leider schief.

Ein Artefakt, eine rätselhafte Vision und eine Ohnmacht später erwache ich auf einem Gefangenentransporter Richtung Peh. Na toll. Für die, die den Ort nicht kennen oder verdrängen: Das ist eine berüchtigte Gefangeneninsel. Hier gibt es nicht nur klischeetypische Steinbrüche zum Totarbeiten – die gibt es natürlich ebenfalls – aber ansonsten kannst du hier auch Dörfer, Ruinen und Wälder finden. Klingt idyllisch, oder? Nicht, wenn du ewig bleiben musst.

Seven The Days Long Gone

Aber das Beste kommt noch: Seit dem Vorfall habe ich einen Dämon namens Artanak in meinem Kopf wohnen. Kein Scherz. Der Typ faselt etwas davon, dass wir dem Geheimnis um eine dunkle Bedrohung durch den Herrscher Gudrun auf den Grund gehen müssen. Die eine Hälfte verstehe ich nicht und bei der anderen Hälfte höre ich nicht zu.

Da ich aber nicht ewig auf diesem Fleck verweilen will, tue ich, was er sagt. Vielleicht kommt dabei noch etwas für mich raus. Auf der Suche nach einem Spezialisten für Artefakte müssen wir einmal quer über die Insel. Gar nicht so einfach, wenn du wieder bei Null anfangen musst und die gesamte Insel in 7 abgeriegelte Zonen aufgeteilt ist.

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Mein Spielplatz

Ich weiß nicht, wer schlimmer ist: Die Technomagier oder die Biomancers. Beide Fraktionen sind hier stark vertreten und gehen nicht gerade pfleglich mit den Einheimischen um. Die Technomagier machen sich als Wachsoldaten einen Spaß mit ihren willkürlichen Razzien und strengen Grenzschranken. Wenn du keine teure Visums-Pille dabei hast, solltest du diesen nicht zu nahe oder irgendwie anders über die Mauern kommen.

Die Biomancers sind dagegen eine Sekte merkwürdiger Hybriden aus Wissenschaftlern und Priestern. Wenn sie gut drauf sind, stellen sie nützliche Tränke und Medizin für teure Preise her. Wenn nicht, dann suchen sie vermutlich wieder nach Versuchskaninchen.

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Aber gänzlich wehrlos bin ich ja auch nicht. Ich habe immer noch meine flinken Hände und Füße. Es ist unglaublich, was manche Wache so zu „verschenken“ hat. Waffen, Geld, Schlüsselkarten…Darüber hinaus gibt es in den Dörfen neben den üblichen Händler auch Geschäftsmänner für speziellere Bedürfnisse. Du musst nur wissen, unter welcher Treppe sie ihr Geschäft haben.

Allgemein herrscht hier abseits der Wächterohren ein sehr kollegiales Klima unter den Gefangenen und sonstigen Bewohnern. Wenn jemand Hilfe braucht, ist er nicht gerade geizig, wenn du ihm diese leistest. Auch wenn du dafür Materialien aus einer Industrie-Ruine bergen muss, die mit Tech-Fäulnis verseucht ist. Was das ist? Ein guter Grund, schnell das Weite zu suchen.

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Zusätzlich stehen mir viele Werkbänke und Forschungsstationen zur Verfügung. Faszinierend, was du alles aus dem Kram bauen kannst, den du hier auf der Insel findest. Bessere Waffe, bessere Rüstungen, nützliche Gadgets. Aber da ist noch etwas anderes. Neben meinen Tricksereien kann ich neuerdings auch die Zeit verlangsamen und unsichtbar werden. Und noch mehr. Das hängt mit mir zusammen, mit diesem Nektar und meiner Bestimmung, meint Artanak.

Zusammenfassung und Fazit

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Seven: The Days Long Gone präsentiert dir einen Mix aus coolen Spielen wie Dishonored, Thief und Fallout in einer neuen Perspektive. Je tiefer du in die Welt eindringst, desto komplexer, interessanter und unterhaltsamer wird sie. Ob du dabei der Story folgst, diverse Nebenquests absolvierst oder einfach nur deine Fertigkeiten perfektionierst, während du die Welt erkundest, sei dir überlassen. Wer etwas mit der gewöhnungsbedürftigen Perspektive anfangen kann, wird hier einen Titel finden, mit dem er lange und auf viele verschiedene Weisen Freude haben kann.

Wird dir gefallen, wenn du Dishonored und Fallout mal aus einer anderen, interessanten Perspektive erleben möchtest.

Wird dir nicht gefallen, wenn du keine isometrische Perspektive magst und groberes Kämpfen bevorzugst.

Wertung

8/10
Getestet von Michael

Biopunk, Apokalypse, Fantasy – Stealth, RPG, Kampf – Jeder Bereich des Spiels bietet einen bunten Genre-Mix. Solange du die Prämisse mit der gewöhnungsbedürftigen Perspektive eingehst, wirst du hier einen Titel finden, mit dem du lange und auf viele verschiedene Weisen Freude haben kannst.

Weitere Themen: LastFight, The Bunker

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