Rette die Welt! Alles, was du dazu brauchst, sind ein therapierender Barkeeper, ein Töpfer-Roboter und ein Hacker mit Stimmenverzerrer.

The Red Strings Club ist ein Cyberpunk-Thriller, der von Deconstructeam entwickelt wurde. Ganz im Sinne seines Vorgängers Gods Will Be Watching verknüpft das Indie-Spiel schwierige Entscheidungen mit moralischen Fragestellungen. Sollte der Mensch seine Gefühle mit Technik kontrollieren, verbessern und abschalten dürfen? Ein Barkeeper, ein Roboter und ein Hacker kämpfen gegen einen Konzern an, der die Welt einer riesigen Gehirnwäsche unterziehen will. Das skurile Point & Click-Adventure wird dabei in dem vertrauten Pixel-Look präsentiert. Ich habe mich für einen Abend in den Red Strings Club begeben…

Hier kannst du dir den Trailer zu The Red Strings Club anschauen:

The Red Strings Club - Trailer
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Am Abend vor dem Ende der Menschheit

Guten Abend, Donovan. Mach mir bitte einen Drink mit Freude. Und geiz bloß nicht mit der Hoffnung! Das brauche ich nämlich jetzt. Alter Junge, wir sind so was von am Arsch. Supercontinent LTD. wird sich bald die Weltherrschaft holen. Und das nicht mit Waffengewalt oder Geld, Nein Nein, sondern mit einem einzigen System-Update.

Es wirkt so lächerlich und keiner will es einem glauben, aber es stimmt. Das gesamte menschliche Fühlen und Denken kontrollieren, einfach so, per Knopfdruck.

Das haben wir jetzt davon, dass wir uns von oben bis unten mit allem Möglichen upgraden mussten. Ich bin zu hässlich? Schönheits-Implantat! Meine Karriere geht den Bach herunter? Ehrgeiz-Implantat! Ich finde keine Freunde? Sympathie-Implantat!

Wir lösen Probleme nicht mehr, wir lassen sie fixen. Dass da der Konzern die generelle Fehlerquelle ausmerzen will, ist nur der nächste logische Schritt. Weißt du, wer mir mein Kreativitäts-Implantat eingebaut hat? Ein empathischer Roboter. Wer ist hier wirklich die Maschine?

Ich bin – Oh Danke…(trinkt)…Hmmm, das ist wirklich dein bester Cocktail bisher, Donovan. Alkohol soll keine Lösung sein? Haben diese Leute jemals deinen probiert? Du bist mehr ein Therapeut als ein Barkeeper, weißt du? Jetzt grins nicht, du verstehst mich schon.

Soll ich dir sagen, warum Leute deine Bar aufsuchen? Ich meine, unabhängig von deinem Charme? Es ist eine Festung alter Werte, gewissermaßen ein Retro-Rebellenstützpunkt. Mit Drinks und Gesprächen gegen die Mikrochips von morgen! Es müssten sich theoretisch nur ein paar Konzernbosse hierhin verirren und schon könntest du die Welt retten!

Okay, das war zu viel, entschuldige. Schüttest du mir hier noch einen Spritzer Ernüchterung rein? Danke…(trinkt)…Schon komisch, oder? Gefühle treiben uns an und Gefühle machen uns das Leben schwer. Wie viel Mist wohl auf der Welt aus unkontrollierten Gefühlen geschieht? So gesehen wollen die Bösen eigentlich nur unser Bestes. 

Der Gedanke gefällt dir nicht, oder? Aber würdest du sie wegen einer grausamen Handlung aufhalten wollen oder nur, weil sie eine andere Lösung als du haben? Wo liegt der Unterschied zwischen dir und denen? – Du glaubst an den Menschen. Ja. Dagegen gibt es kein Implantat, oder? Wenn es aber einen Drink dafür gibt, dann mach mir den.

Hier kannst du dir The Red Strings Club herunterladen:

The Red Strings Club
Entwickler: Deconstructeam
Preis: 14,99 €

Zusammenfassung und Fazit

The Red Strings Club ist ein sehr text-basiertes Point & Click-Adventure. Es gibt viel zu lesen und viel zu entscheiden. Das restliche Gameplay gestaltet sich durch das Mixen manipulativer Drinks, das Töpfern von Upgrades und das Telefonieren mit verzerrter Stimme. So unterhaltsam, charmant und spannend die Geschichte auch ist, sie wird nur von den kleinen und einfachen Mini-Spielen getragen. Diese Prämisse musst du akzeptieren, dann funktioniert der Indie-Titel aber sehr gut.

Für eine weltweite Verschwörung bekommt der Spieler ironischerweise die meiste Zeit nur die titelgebende Bar zu sehen. Die Gespräche, Auseinandersetzungen und Diskussionen, die der Spieler dort mit Drinks nach seinen Wünschen manipulieren kann, bilden zwar das Herzstück des Spiels, bekommen aber allgemein zu viel Raum und lassen anderen interessanten Situationen zu wenig übrig. Mein absolutes Highlight: Eine Person mit allen Methoden davon abhalten, von einer Brücke zu springen.

Unterschiedlich getroffene Entscheidungen beeinflussen den linearen Spielverlauf eher gering. Der einzige Gewinn von ein paar alternativen Dialogzeilen ermuntert deshalb nicht unbedingt zum erneuten Durchspielen, gerade wenn dann alle Mini-Spiele wiederholt werden müssen. Die Idee ist originell, das Eintauchen in die Psyche der einzelnen Charaktere sehr spaßig und auch das Ende fällt sehr überraschend aus.

Wird dir gefallen, wenn du Cyberpunk-Thriller magst und du gerne menschliche Psychen erkundest.

Wird dir nicht gefallen, wenn du lieber mehr spielst als liest und du abends lieber Tee trinkst.

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