Need to Know ist der Überwachungsstaat-Thriller, den wir brauchen

Kristin Knillmann

Unkontrollierbarer Polizeistaat oder Wahrung der Privatssphäre? Need to Know greift Themen in Videospiel-Form auf, die in der heutigen Zeit nicht aus den Zeitungen und Köpfen wegzudenken sind, und versetzt dich in die Rolle des/der Entscheidenden. Das ist nicht nur spannend, sondern auch wichtig.

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Need to Know - Trailer

Need to Know ist eine Überwachungssimulation, deren Gameplay ein wenig an das kalte, kalkulierte (und geniale) Papers, Please erinnert. Du übernimmst die Rolle eines Mitarbeiters einer NSA-ähnlichen Organisation namens The Department of Liberty, und kümmerst dich darum, den Browser-Verlauf und andere persönliche Daten der Menschen zu prüfen, um ein eventuelles Sicherheitsrisiko erkennen zu können. Das Spiel bietet dir immer mehr Optionen und beängstigende Möglichkeiten der Kontrolle, je länger du spielst. Dabei schwebt dauernd eine elementare Frage im Raum: Setzt du dich für individuelle Rechte ein oder hilfst du mit, einen unkontrollierbaren Polizei-Staat zu schaffen.

Need to Know ist mit seinen Themen nicht nur näher an der Realität als manch anderes Spiel, es schafft damit auch einen völlig neuen Spielansatz, der viele moralische Entscheidungen mit sich bringen wird. Ja klar, irgendwie ist das “Gameplay”, das im Grunde genommen nur “Daten scannen und schnelle Entscheidungen treffen” ist, schon sehr nah an der Grenzübergangssimulation Papers, Please dran. Dennoch haben sich leider seither kaum Studios getraut, ähnlich trocken und faszinierend mit einem politischen Thema umzugehen, das uns alle betrifft. Bitte mehr davon – einerseits, um mehr Spielerfahrungen zu schaffen, die wirklich zählen. Andererseits aber auch, um politisch uninteressierten Menschen einen spielerischen Zugang zu relevanten Allerweltsthemen zu gewähren.

Diese gifs zeigen dir das Spielprinzip von Need to Know:

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Ob Need to Know erscheinen wird, ist derzeit noch unklar. Das Spiel muss sich erst auf Kickstarter voll finanzieren, wozu es aktuell noch 30 Tage Zeit hat. Leider läuft der Support bislang nur schleppend an – daher auch mein kleiner Artikel hier, der hoffentlich mehr Aufmerksamkeit auf dieses spannende Projekt leiten kann. (Außerdem brauche ich ein neues Papers, Please, bitte.)

Wer den Titel als Early-Access-Spieler/in unterstützen möchte, wird voraussichtlich ab Oktober 2016 einen ersten Blick auf Need to Know werfen können.

Update vom 11. Februar 2016: Inzwischen hat auch Whistleblower Edward Snowden über das Projekt getwittert, was einen erheblichen Anstieg der Unterstützer zur Folge haben könnte.

Weitere Themen: Papers, Please, LastFight, The Bunker

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