Kona: Geheimnisse im Schnee

Alexander Gehlsdorf

Eine Stunde habe ich mich in Kona durch nordkanadische Schneestürme gekämpft und bin dabei auf einige Überraschungen gestoßen. In dem Survival-Adventure-Mix lief es mir hin und wieder eiskalt den Rücken runter.

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Kona - Trailer

1970. Kanada. Ich bin als Privatdetektiv auf dem Weg in die Wildnis der französisch-kanadischen Provinz Nord-Quebec. Ein Fall von Vandalismus — So die Behauptung. Mir soll es recht sein. Eine Weile durchfahre ich mit meinem Truck die Weiten der menschenleeren Herbstlandschaft, als mir plötzlich ein Auto entgegenkommt. In letzter Sekunde kann ich ausweichen, lande im Straßengraben und verliere das Bewusstsein.

Einige Stunden später erwache ich. Um mich herum tobt ein Schneesturm und es ist bitterkalt. Moment mal, war es nicht gerade noch Herbst? Alles klar, ich bin garantiert tot. Das ist nicht das erste Mystery-Adventure, das ich in meinem Leben gespielt habe. Garantiert bin ich tot. Oder in meinem eigenem Unterbewusstsein gefangen. Irgend so ein neumodischer Story-Twist. Diese Kälte, die fühlt sich allerdings ziemlich real an…

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Erfolgreich mit Early Access - So geht's richtig!

Ganz in der Nähe finde ich eine Hütte. Ich entfache ein Feuer und kann mich aufwärmen. Das muss ich auch, denn neben meiner Lebensenergie und meiner geistigen Gesundheit muss ich in Kona auch stets auf meine Körpertemperatur achten. Soviel ist nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist, warum ich in keinem der Häuser eine Menschenseele treffe. Auch die seltsam blau leuchtenden Eisklumpen, die hier und da aus dem Boden wachsen, möchte ich in ihrer Integrität anzweifeln.

Und dann: Wölfe! Glücklicherweise habe ich inzwischen eine Pistole gefunden — mit ganzen drei Patronen. Ein einziger Schuss reicht Gott sei Dank und das Rudel ergreift die Flucht. Dennoch fühle ich mich hier nicht sicher. Was bedeuten die Gesichter, die ich geradezu zeremoniell in Baumstämme geschnitzt finde? Ganz in ihrer Nähe erspähe ich eine Silhouette. Ein Mensch? Eine Statue? Bei näher Betrachtung erkenne ich einen lebensgroßen Körper aus Eis. Und darin — Eine Person! Und aufmal finde ich mich in einer gespenstischen Traumwelt wieder.

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Kona
Entwickler: Parabole
Preis: 19,99 €

Die Entstehungsgeschichte von Kona begann bereits 2014 auf Kickstarter. Nach einer einjährigen Early-Access-Phase ist das Spiel jetzt offiziell erschienen. Der Mix aus Survial, Adventure, Horror und Mystery konnte mich bereits in der ersten Stunde mit seiner dichten Atmosphäre beeindrucken. Die Story verwirrt, schockiert, überrascht und macht mich jede Minute neugieriger, welche Geheimnisse noch im dichten Schnee auf mich warten. Kommentiert wird alles von einem allwissendem Erzähler, was dem Spiel eine zusätzliche, befremdliche Ebene verpasst. Wenn Du mich sucht, ich bin in den verschneiten Weiten Nordkanadas unterwegs. Ich empfehle Dir das gleiche.

Weitere Themen: LastFight, The Bunker

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