Schikane bei den Wehrpflichtigen

Auch das Heer ist in einem schlechten Zustand. Die ehemals 2,2 Millionen Mann starke Truppe wurde mittlerweile auf 1,1 Millionen Soldaten reduziert. Und das sind für Putin und Iwanow immer noch zu viele. Das Problem ist, dass viele altgediente Generäle noch immer der Meinung sind, eine Armee aus Massen an Fußsoldaten sei am besten und vor allem am billigsten.

Billig sind auch die Wehrpflichtigen – und so werden sie auch behandelt. Viele denken bei ihrer Wehrpflicht nicht an die “Schule der Nation”, sondern eher an eine Haftstrafe. Und das zu Recht. Viele junge Wehrsoldaten werden von länger gedienten misshandelt und drangsaliert. Das Dienen in der russischen Armee ist keine Freude. Die Rate der Selbstmorde und Amokläufe innerhalb der Armee ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. So wirklich dringen aber keine konkreten Zahlen an die Öffentlichkeit. Erst in diesem Jahr machte Verteidigungsminister Iwanow ein Zugeständnis und veröffentlichte die Zahlen der Todesfälle in der Armee im Internet. Danach kostete der Armeedienst seit Jahresbeginn 750 Soldaten das Leben. In Tschetschenien fielen 81 Soldaten. Im Jahr 2008, wenn der nächste Präsident gewählt wird, soll der Wehrdienst auf ein Jahr verkürzt werden.

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