KJM fordert Internetsperren - Provider werden von Jugendschützern bedrängt

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Die Kommission für Jugendschutz (KJM) will sich für eine Verschärfung in Richtung Zugangssperren im Internet einsetzen, sofern Internet Service Provider nicht freiwillig dazu bereit wären ”jugendgefährdende und unzulässige” Inhalte aus dem Internet zu verbannen. Dies geht aus dem Tätigkeitsbericht für die Jahre 2007 und 2008 der Behörde hervor.

Besonders im Visier der Wächter sind dabei Online-Spiele, Chats und Casting-Shows. Spätestens im Frühjahr 2010 rechnen Experten damit, dass ein Neuentwurf des im kommenden Jahr auslaufenden Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) auf dem Tisch liegen könnte. Im Rahmen dieser Änderung könnte die Möglichkeit geschaffen werden, Provider mit Zugangssperren – ähnlich der in Umsetzung befindlichen Stopp-Schilder bei kinderponorgrafischen Internetseiten – in die Pflicht zu nehmen, ohne zuvor die Seitenbesitzer abzumahnen.

Im Zeitraum von 2007 bis 2008 hat die KJM insgesamt 314 Beschwerden zu Internetangeboten erhalten. Die meisten Einwände sind dabei auf pornografische Internetseiten zurückzuführen. Wie die Behörde in dem Tätigkeitsbericht jedoch weiter angibt, werden zwischenzeitlich auch immer mehr Beschwerden zu Computerspielen auf Spieleplattformen wie PC und Konsole registriert.

Ein besonders prominenter Fall ist die ”Beinahe-Schließung” des Online-Magazins OnPSX, die von der unter der Firma Friedemann Schindler betriebenen Plattform jugendschutz.net abgemahnt wurden. Diese umgingen die Behörden, indem sie den deutschen Jugendschutz gänzlich umgingen und ihre Angebote ins Ausland verlagerten. Im Fall von Videospielen werden oftmals ohne Alterskontrolle zugängliche Videosequenzen angeprangert, in denen Gewaltdarstellungen gezeigt werden.

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