Bitcasa statt Festplatte - Ist das Cloud Computing 2.0?

Holger Blessenohl
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Braucht noch irgendwer Online-Speicher? Ob Google Docs, Amazon S3, Dropbox, Ubuntu One, SkyDrive… Nie war es einfacher, 1 oder 2 GB freien beziehungsweise günstigen Speicher zu bekommen. Das Angebot von Bitcasa dürfte allerdings alle anderen locker an die Wand spielen. Bitcasa bietet für 10 US-Dollar pro Monat eine Online-Festplatte ohne jedes Limit. Egal wie viel Terabyte Ihr auch auf deren Server schaufelt, es bleibt bei 10 Dollar pro Monat. Wie das gehen soll, haben die Bitcasa-Gründer TechCrunch erläutert.

Bitcasa statt Festplatte - Ist das Cloud Computing 2.0?

Zunächst einmal gilt es umzudenken. Während Cloud-Speicher bislang in der Wahrnehmung der User entweder als Backup-Lösung oder zur Synchronisation wichtiger Dateien auf mehreren Geräten genutzt wird, möchte Bitcasa die Festplatte als Speichermedium komplett ablösen. Alles das, was wir bisher also in den verschiedenen “Eigene Dateien”- oder “Dokumente”-Ordnern abgespeichert haben, soll zukünftig nur noch bei Bitcasa-Servern gespeichert werden. Und das Beste ist: Das geschieht, ohne dass wir davon überhaupt noch etwas mitbekommen.

Damit sich keiner Sorgen machen muss, weil plötzlich alle Dateien irgendwo in der Cloud statt auf der Festplatte liegen, werden alle Daten von Bitcasa verschlüsselt. Mit einem Algorithmus, der es ihnen selbst angeblich nicht möglich macht, irgendwelche Daten zu rekonstruieren, selbst wenn sie dies wollten.

Ganz neu ist die Grundidee von Bitcasa natürlich nicht. Im Grunde will auch Google mit den Chromebooks ähnliches. Lokal wird nur noch das System gespeichert, alles andere läuft über Cloud-Dienste und temporäre Caches. Womit wir auch schon beim größten Problem von Bitcasa wären. Ohne Internet-Verbindung läuft in der Cloud nämlich gar nichts. Wichtige, also häufig genutzte Dateien sollen allerdings auf der Festplatte “gecached” werden, um im Notfall auch offline verfügbar zu sein.

Man darf gespannt sein, wie das funktionieren soll. Bisher gibt es Bitcasa nämlich leider nur als großes Versprechen. Auf der Website des Startups kann man sich für den Betatest anmelden. Sobald der startet, kann man dann vielleicht dabei sein. Bis jetzt besteht das Unternehmen nur aus dieser Website und angeblich 20 Patenten.

Wäre noch die Frage zu beantworten, wie Bitcasa eigentlich den sensationell niedrigen Preis von 10 Dollar monatlich kalkuliert hat. Die Lösung, die CEO Tony Garda auf TechCrunch vorstellt, klingt in der Tat so simpel, dass man sich wundert, warum vorher noch keiner drauf gekommen ist. Demnach haben User normalerweise auf ihren Festplatten nur 25% eigenen Content. Den Rest, also Videos, MP3s, Fotos, teilt man mit irgendwem und oft auch vielen Menschen. Bitcasa ist nun angeblich trotz Verschlüsselung in der Lage gleiche Dateien zu erkennen und speichert diese nur einmal und spart auf diese Weise viel Speicherplatz ein. Falls es klappt. Je mehr Menschen sich beim Startup anmelden, desto öfter dürften wohl auch Duplikate bei den Dateien auftauchen. Geplant ist außerdem noch eine Free Edition, die wird dann aber ein Speicherlimit haben.

Wo habt Ihr Eure Daten? Noch auf dem eigenen Rechner oder schon in der Cloud? Würdet Ihr einem Unternehmen wie Bitcasa vertrauen? Eure Meinung könnt Ihr unten posten.

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