Legal Highs: Das sind die wirklichen Gefahren - Wirkung, Risiken, Gesetzeslage

Selim Baykara

Legal Highs sind der neueste Trend im Internet: Die vermeintlich legalen Rauschmittel lassen sich per Mausklick bequem online bestellen und versprechen den scheinbar sorgenfreien Kick. In Wirklichkeit sind Legal Highs aber alles andere als harmlos – lest in diesem Ratgeber, welche Gefahren dabei lauern und warum ihr die Finger von Legal Highs lassen solltet.

Sie tragen fantasievolle Namen wie Cloud Nine, Jamaican Gold, Spice oder Orange High und werden als Badesalze, Kräutermischungen oder Reiniger frei im Internet verkauft: Die Rede ist von Legal Highs – ein Trend, der seit einiger Zeit unter Jugendlichen kursiert und immer beliebter wird. Die Rauschmittel sind angeblich legal und zudem für die Konsumenten völlig ungefährlich – das behaupten zumindest die Verkäufer der “legalen Drogen”. In Wirklichkeit häufen sich seit einiger Zeit die Meldungen über Todesfälle im Zusammenhang mit Legal Highs – es handelt sich hierbei keineswegs um harmlose Mittelchen, um sich den Feierabend zu versüßen, sondern um knallharte Psycho-Drogen aus dem Chemie-Labor.

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Legal Highs: Legaler Kick mit einem Klick?

“Eine Auszeit nehmen und sich entspannen, wer wünscht sich das nicht? Wir helfen Ihnen dabei, die Freizeit oder das Wochenende stimmungsvoll zu genießen.” So werben die Anbieter der Legal Highs im Internet, die den sorgenfreien Kick versprechen. Die Rauschmittel werden frei im Internet verkauft und kommen meist in Form von Kräutermischungen oder Badesalzen daher, die angeblich völlig harmlos sind und sich einfach per Mausklick bestellen lassen.

  • “Das Badesalz wird einfach geraucht und dann geht es auch schon ab.”
  • “Unsere Räuchermischungen bringen Sie in die richtige Stimmung, sodass Sie den stressigen Alltag getrost hinter sich lassen.”
  • “Träumen Sie von Orten, wo andere Urlaub machen.”

Mit solchen Sprüchen sollen potentielle Kunden in die richtige Stimmung gebracht und eventuelle Bedenken vertrieben werden. Der Konsum der Rauschmittel sei demnach völlig unbedenklich, außerdem suggeriert der Name Legal High bereits, dass es sich hierbei nicht um verbotene Substanzen handelt – und dann kann es ja auch eigentlich nicht so schlimm sein, oder?

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Legal Highs: Diese Gefahren verbergen sich hinter den “legalen” Drogen

In Wahrheit sind die Legal Highs alles andere als ungefährlich. Bei den Substanzen handelt es sich nicht um Kräutermischungen, sondern um chemische Substanzen, die gezielt im Labor hergestellt werden und in ihrer Wirkung herkömmlichen Betäubungsmitteln wie Cannabis, Speed oder Kokain ähneln. Mit einem entscheidenden Unterschied: Die Wirkstoffkonzentration der künstlich erzeugten Substanzen liegt häufig ein Vielfaches über der von “natürlichen” Drogen. Ergebnis: Der Rausch fällt wesentlich heftiger aus – wer die die Legal Highs raucht, schluckt oder schnupft, riskiert also lebensgefährliche Vergiftungen.

Dazu kommen die folgenden Faktoren, die die Gefahren der Legal Highs noch weiter erhöhen:

  • Kunden wissen nicht, was sie eigentlich kaufen, da auf die Angabe der Wirkstoffe in den meisten Fällen verzichtet wird.
  • Selbst wenn man auf der Packung entsprechende Angaben findet, gibt es natürlich keine Garantie, dass das auch stimmt.
  • Die Zusammensetzung der Legal Highs ändert sich ständig: Dadurch gibt es keine Garantie, dass ein Legal High beim nächsten Konsum genauso wirkt wie beim ersten Mal.
  • Außerdem wird es dadurch unmöglich, abzuschätzen welche Wirkungen bei der Einnahme der Rauschmittel entstehen.

Im Prinzip sind Legal Highs also eine Art “Russisches Roulette”: Der Rausch kann durchaus angenehm verlaufen – dafür gibt es aber keine Garantie und wer Pech hat, erlebt einen üblen Horror-Trip mit schlimmen Folgen.

Schaut euch hier die Doku “Gefährliche bunte Tüten – Sorge um Legal Highs in Europa” an:

Legal Highs: Wirkung nicht einzuschätzen

In den letzten Jahren häufen sich die Berichte über Konsumenten von Legal Highs, bei denen der Rausch schwere gesundheitliche Schäden auslöste einen oder sogar zum Tod führte. Erst kürzlich starb eine 20-Jährige, nachdem sie Legal Highs mit einem gemeinsamen Bekannten eingenommen hatte und das ist beileibe kein Einzelfall. Allein 2015 sollen 39 Menschen durch den Konsum von Legal Highs ums Leben gekommen sein, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) – Tendenz steigend. Gerade Jugendliche lassen sich oft von der harmlosen Aufmachung und den bunten Bildchen auf den Verpackungen der Legal Highs blenden – mit oft fatalen Folgen.

Zu den unerwünschten Wirkungen, die immer wieder beschrieben werden zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • Muskelkrämpfe
  • Angstzustände
  • Bewusstlosigkeit
  • Kreislaufversagen
  • Ohnmacht
  • Psychosen/Wahnvorstellungen

Bleibt die Frage: Wenn man all das weiß – warum ist es dann immer noch so leicht, sich diese Substanzen im Internet zu beschaffen? Und warum werden die Legal Highs nicht einfach verboten?

Legal Highs: Gesetzeslage 2016 – Verbot kommt

Im Betäubungsmittelgesetz ist festgelegt, welche Stoffe verboten sind und nicht legal verkauft werden dürfen. Genau das ist auch das Hauptproblem bei den Legal Highs: Die Zusammensetzung der Substanzen wird ständig verändert – damit umgehen die Hersteller das Verbot, da ein eigentlich verbotener Stoff leicht abgewandelt wird und damit nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Reagiert der Gesetzgeber mit einem weiteren Verbot, wird die chemische Substanz erneut geändert – ein Katz- und Mausspiel, bei dem die Drogen-Labore scheinbar immer einen Schritt voraus sind.

Legal High Gesetzeslage

Der Bundesregierung ist diese Problematik natürlich wohl bewusst – darum wurde Anfang Mai 2016 auch ein Gesetzesentwurf vorgelegt, nach dem nicht mehr nur einzelne Stoffe, sondern ganze Stoffgruppen verboten werden. Damit werde “der Wettlauf zwischen dem Auftreten immer neuer chemischer Varianten bekannter Stoffe und daran angepassten Verbotsregelungen im Betäubungsmittelrecht” durchbrochen, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Außerdem soll die Weitergabe der Legal Highs in Zukunft unter Strafe stehen.

Bildquelle Artikelbilder: man in white coat with test tubes with liquids of different colors in a laboratory, Synthetic Drugs word cloud on white background, Teenage Boy Buying Drugs On The Street From Dealer alle via Shutterstock

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