Kostenlos ins Internet – Möglichkeiten und Gefahren

Marco Kratzenberg

Kostenloses Internet ist leider noch Zukunftsmusik. Trotzdem gibt es schon eine Menge Möglichkeiten, wie ihr gratis mit dem Handy, Tablet oder Laptop ins Netz kommen könnt. Das ist aber nicht ohne Gefahren.

Solange unterwegs die meisten Internetverbindungen noch teuer über das sogenannte „Inklusivvolumen“ abgerechnet werden müssen, ist jeder froh, wenn er zwischendurch mal via WLAN kostenlos ins Internet kommt. Bei McDonald‘s kommt ihr täglich 3 Stunden ins Netz. Verschiedene Café-Ketten lassen euch das Internet umsonst nutzen. Doch das sind nicht die einzigen Möglichkeiten, unterwegs zu surfen oder Mails abzuholen, ohne dafür zahlen zu müssen. Wir stellen euch einige Optionen vor und erklären auch, welche Gefahren dabei lauern.

Gefahren des kostenlosen Internets

Bereits bei simplen, kostenlosen Internet-Angeboten, wie etwa von McDonald‘s (Hotspots der Telekom), muss man sich entscheiden, ob die eigenen Daten für Werbezwecke genutzt werden dürfen. Doch das ist noch das Harmloseste, das euch bei der Nutzung kostenloser Internet-Hotspots passieren kann. Die wahre Gefahr liegt darin, dass ihr nicht wisst, was mit den Daten passiert, sobald sie ins Netzwerk des Anbieters gelangen.

Jeder kennt das: Man setzt sich im Urlaub in ein Café, das dortige WLAN ist offen oder im kompliziertesten Fall müsst ihr den Kellner nach dem Passwort fragen und dann könnt ihr kostenlos ins Internet. Ihr wisst nicht, an welchem Computer der Router im Hinterraum angeschlossen ist. Ihr habt keine Ahnung, welche Daten eventuell abgegriffen werden, sobald sie euer Handy verlassen.

Netzwerksniffer können eure Passwörter mitlesen und protokollieren. Sie kommen an eure Zugangsdaten fürs Homebanking, die E-Mail-Konten oder an andere sensible Daten. Sie könnten auf dem Weg sogar in euer Handy oder Notebook eindringen. Und das müssen nicht einmal kriminelle Caféhaus-Betreiber sein. Das kann auch der nette Typ in der Ecke des Cafés sein, der da auf seinem Laptop herumtippt.

Zuallererst solltet ihr natürlich auch auf dem Handy immer die aktuellste Version eures Browsers nutzen. Doch gerade beim Zugang zu öffentlichen Netzwerken, die nicht von einem der großen Anbieter betrieben werden, müsst ihr besondere Vorsicht walten lassen. Es empfiehlt sich beispielsweise, zum Zugang ins kostenlose Internet einen VPN-Tunnel zu nutzen. Dabei laufen dann alle Verbindungen von eurem Gerät ins Internet und zurück durch ein verschlüsseltes Netzwerk. Selbst wenn jemand dort Daten abgreifen würde, könnte er sie nicht verwenden.

Solche VPN-Angebote sind meist kostenpflichtig – zumindest, wenn sie akzeptable Geschwindigkeiten bieten sollen. Kostenlos bekommt ihr es als Teil des Opera Browsers. Opera VPN funktioniert schnell und sicher auf dem Handy und am PC.

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Kostenloser Internetzugang für alle

Wenn ihr das Internet kostenlos nutzen wollt, seid ihr natürlich in Städten am besten dran. In Orten wie Berlin, Düsseldorf, Stuttgart oder Pforzheim könnt ihr schon an vielen Punkten gratis ins Netz. Außerdem findet ihr gerade dort auch zahlreiche kostenlose Internetzugänge in Restaurants, Cafés oder Geschäften. McDonald's lässt euch in Netz, Starbucks bietet kostenlosen Zugang und auch bei Karstadt könnt ihr jeden Tag 3 Stunden gratis surfen.

Aber das sind ja nicht die einzigen Möglichkeiten, um einen kostenlosen WLAN-Zugang ins Netz zu bekommen. Tausende engagierte Menschen bieten beispielsweise im Netz von Freifunk einen Teil ihrer Bandbreite an, um jedermann ein Tor ins Internet zu präsentieren. Das ist kostenlos, jeder kann mitmachen und jeder darf rein. Aber auch hier gilt – nach eigenen Aussagen – was für jeden offenen Netzzugang zutrifft: Es ist eure eigene Angelegenheit, in solchen Netzen für Sicherheit zu sorgen. Den Internetzugang bekommt ihr dort kostenlos. Aber keiner kann dafür garantieren, was mit den Daten geschieht. Die engagierten Mitglieder des Netzwerkes sind dabei keine Gefahr. Die liegt auch hier eher bei Personen, die vielleicht nur ein paar Meter weiter sitzen.

Freifunk ist ein deutsches Angebot und auch hier ist es so, dass es in größeren Städten wesentlich mehr Zugriffspunkte als auf dem flachen Land gibt. Wenn ihr viel unterwegs seid und auch international wissen wollt, wo ihr kostenloses WLAN findet, dann nutzt doch Apps wie den WiFi Finder. Sie zeigt euch die kostenlosen Zugriffspunkte rund um euren Standort an.

WiFi Finder
Entwickler: JiWire, Inc.
Preis: Free

Fazit

Einigermaßen sicher kommt ihr nur kostenlos ins Internet, wenn ihr die Angebote von Branchenriesen wie der Telekom nutzt. Generell solltet ihr aber auf jeden Fall eine Firewall oder ein VPN nutzen, wenn ihr unterwegs öffentliche, ungesicherte Zugriffspunkte nutzt. Und vielleicht solltet ihr an solchen Orten auch darauf verzichten, bei der Bank den Kontostand abzufragen oder in Onlineshops einzukaufen und dabei eure Kreditkartendaten einzugeben. Wie bei Computerviren auch, trifft in diesem Fall zu, dass mit gesundem Menschenverstand die größten Gefahren vermieden werden können.

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