Etymotic MC2: Headset für Audiophile ohne iPhone

Daniel Kuhn
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Unfair, blöde und gemein: Immer werden iDevice-Besitzer bei Zubehör bevorzugt. Aus diesem Grund habe ich mich auf der IFA beim MacLAND-Day unter die Apfelmeute gemischt und mich umgesehen, ob nicht auch ein bisschen Klimbim für Android-Geräte zu finden ist. Bei der Firma Etymotic wurde mir dann enthusiastisch mitgeteilt, dass diese nun nicht mehr nur iOS-spezifische Headsets im Angebot haben. Das In-Ear-Headset-Modell Etymotic MC2 für Android-Geräte wurde mir inzwischen als Testexemplar zur Verfügung gestellt; meine Eindrücke will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Etymotic MC2: Headset für Audiophile ohne iPhone

Mit dem Modell MC3 hat Etymotic bereits ein Headset im Programm, das speziell für iOS-Geräte ausgelegt ist. Zum Glück hat der Hersteller erkannt, dass es auch noch eine Vielzahl anderer mobiler Geräte gibt und für diese das MC2-Headset auf den Markt gebracht. Nachdem wir euch das Headset jüngst in unserem Zubehör-Podcast-Special vorgestellt hatten, klären wir im Testbericht, ob das Headset den Versprechen des Herstellers standhalten kann.

Hardware und Lieferumfang

Das Gehäuse der Etymotic MC2-Kopfhörer besteht aus Metall und ein bisschen Plastik, und wissen durch ihr schlichtes wie elegantes Design zu begeistern. Die Kopfhörer wirken insgesamt sehr wertig. Die Kabel sind Kevlar-verstärkt und dürften damit auch nicht so schnell kleinzukriegen sein. Der 3,5 mm Klinkenstecker ist angewinkelt, was zusätzlich Kabelbrüche vorbeugen soll, wenn das Kabel um das Gerät herumgewickelt wird.

Das Mikrofon mit Bedientaste befindet sich am Kabel des rechten Ohrsteckers ungefähr in Mundhöhe – das ist sehr viel praktischer als zum Beispiel bei dem beats-Headset des HTC Sensation XE, da es immer in der richtigen Höhe hängt und nicht extra hochgehalten werden muss. Die Taste am Headset besitzt mehrere Funktionen – zum einen kann man mit ihr natürlich Anrufe annehmen oder beenden und Musiktitel pausieren oder starten, mit einem Doppeldruck kann sogar ein Track weitergeskipt werden. Zwar fehlen gegenüber den MC3 die Lautstärketasten (Mal wieder ein Patent von Apple?), dafür bieten die MC2 aber ein besseres Mikrofon, welches tatsächlich für sehr gute Sprachqualität beim Telefonieren sorgt.

Zum Lieferumfang gehören neben den Kopfhörern selber noch zwei Paar verschieden große Lamellen-Ohrteile, sowie zwei verschieden großen Schaumstoff-Ohrstücke, ein Clip, um das Headset am Jackenkragen zu befestigen, sowie ein Werkzeug, um die im Ohrhörerkanal befindlichen ACCU-Filter auszutauschen, die das Innenleben vor Ohrenschmalzattacken schützen. Eine kleine Textiltasche gehört ebenfalls dazu, damit das Headset sicher verstaut werden kann.


Klang

Klanglich wissen die Etymotic MC2 zu begeistern. Sie geben die Musik naturgetreu und detailliert wieder, sodass man selbst bei Musik, die man gut zu kennen glaubt, immer noch neue Details entdeckt. Allerdings muss man auch sagen, dass der vergleichsweise flache Frequenzgang und der analytische Klangcharakter nicht jedermanns Sache sein dürften – wer Kopfhörer mit fettem Bass sucht, wird hier eher enttäuscht sein. Die MC2 geben nur das wieder, was wirklich in der Musik vorhanden ist, ohne dabei irgendetwas zu beschönigen. Wenn die Musik also über ordentlich Bass verfügt, geben die MC2 das auch so wieder.

Sehr gut gefällt mir persönlich, dass die Etymotic MC2 sehr gut vor Umgebungsgeräuschen abschirmen (laut Hersteller bis zu 42 dB), sodass man selbst in der vollgestopften U-Bahn nicht mehr an den Unterhaltungen der Mitfahrer teilhaben muss. Voraussetzung für diese Abschirmung ist natürlich der optimale Sitz im Ohr — dafür empfiehlt es sich, die verschiedenen Ohrteile durchzuprobieren, bis man die optimale Passform gefunden hat.

Optional besteht die Möglichkeit für die Etymotic-Kopfhöhrer auch individuelle Ohrteile anfertigen zu lassen. Diese werden mithilfe eines Ohrabdruckes perfekt an den Ohrkanal angepasst und bieten neben optimaler Isolation auch ein sehr angenehmes Tragegefühl. Für diese Option fallen allerdings nochmals 100 Euro an und sie ist daher auch füe diejenigen zu empfehlen, die den mobilen Musikgenuss sehr ernst nehmen. Um an die Custom-Fit-Ohrteile zu kommen, muss man sich zunächst auf der Herstellerseite registrieren, um dann bei einem acs-Hörgeräteakustiker in der Nähe einen Abdruck nehmen zu lassen (In unserem Fall war das die Firma Scheinhardt Labortechnik, bei der wir uns nochmals herzlich bedanken möchten). ie individuelle Anpassung an die eigene Hörmuschel hat in erster Linie Vorteile für den Tragekomfort, eine Auswirkung auf die Klangqualität kann man nur indirekt, über die leicht verbesserte Isolation von externen Störgeräuschen, ausmachen.

Fazit

Mit den MC2 hat Etymotic ein sehr gutes Headset der gehobenen Qualitätsklasse auf den Markt gebracht, das auch den Ansprüchen audiophiler Zeitgenossen gefallen dürfte. Diese Qualität hat aber natürlich ihren Preis, den wahrscheinlich nicht jeder zu zahlen bereit ist. Es gibt natürlich auch günstigere Headsets, die klanglich allerdings auch Kompromisse eingehen. Letztendlich hängt es ja auch von den individuellen Hörgewohnheiten ab, ob sich solch ein teures Headset überhaupt lohnt. Wer aber Wert auf guten Klang legt und bereit ist, dafür ein bisschen mehr auszugeben, ist mit den Etymotic MC2 sehr gut beraten.

Pro

  • Sehr guter Klang
  • Hochwertige Verarbeitung

Kontra

  • Vergleichsweise hoher Preis
  • Gewinkelter Stecker ist nicht jedermanns Sache

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