iPhone: Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

von

Ein schönes Stück Technik hat uns Apple da vor fünf Jahren ins Nest gelegt. Mit dem iPhone änderte sich das Nutzungsverhalten der Anwender maßgeblich – ständige Vernetzung in digitalen Welten allerorten. In der Echtwelt-Simulation wirkt dies jedoch leicht asozial und nimmt vermehrt autistische Züge an – vielen Dank!

iPhone: Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

Kommunikation: Wie war das noch?

Die gute alte Zeit: Eine Zigaretten-Pause im Vorhof der Firma diente dem informellen Gedankenaustausch, Kollegen sprachen über die neuesten Projekte, die letzte Party oder zur Not übers Wetter. Zwar sorgte diese Art der Kommunikation zum schnellen Krebstod, flink und sozial angenehm war jedoch der Informationsfluss.

Heutzutage bleibt uns nur das Bronchialkarzinom erhalten, die soziale Interaktion indes weitestgehend auf der Strecke. Die Kollegen haben wichtigeres zu tun: Nur noch kurz 148 Mails checken, die Welt retten und „social networken“. Der Blick starr gerichtet auf den Touchscreen, beständig auf der Hatz nach dem neuesten Tweet oder dem ach so bedeutsamen Status-Update.

In früheren Tagen horchte man aufmerksam in Besprechungen dem Gegenüber, oder täuschte zumindest Interesse durch bedächtiges Kopfnicken vor. Festgehalten wurden Notizen noch „old school“ im schmucken Moleskine. Moderne Multitasking-Athleten hingegen vermeiden den Blickkontakt, primäre Aufmerksamkeit wird dem iPhone und diversen Apps geschenkt. Der Sprecher zeigt sich irritiert, verunsichert und fragt: Hört man mir eigentlich zu?

Resignation oder Zuruf?

Aber selbstverständlich: Am besten ich mache mit, greife zum iPhone und ergebe mich dem Gruppenzwang. Wer sich dem entschließt, fällt unangenehm auf – wobei, ist ja keiner mehr da, der mich in meiner Abstinenz beobachten könnte.

Resümieren wir kurzerhand: Macht uns das iPhone und seine Pendants zu autistischen Arschlöchern, die ihre Umwelt bewusst ignorieren?

Immerhin scheint die digitale Kommunikation auch Vorteile zu haben. So zeigte eine Studie, dass Kurznachrichten ehrlicher, strukturierter und präziser formuliert werden – selbst in belebten Umgebungen verfasst. Zwischenmenschlich scheinen Smartphone-User zudem recht erfolgreich zu sein: iPhone-Nutzer haben die meisten Sexpartner, so die Quintessenz einer weiteren Untersuchung – ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit lässt das Ergebnis freilich offen.

Allerdings scheint die Sucht nach dem Touchscreen-Begleiter mancherorts dem freizügigen Spaß entgegenzustehen. Wenigstens 15 Prozent der iPhone-User würden lieber auf den Wochenend-Sex, denn auf ihr digitales Spielzeug verzichten wollen. Noch kurioser: Vier Prozent der Probanden verwendeten ihr Apple-Smartphone schon mal während des Koitus – wohl eine ganz spezielle Art der Ménage à trois.

Ich komme zum Schluss: Fraglich ist nicht, ob das iPhone unsere Kommunikation verbessert oder aber nur schlichtweg verändert. Es sollte auch für Smartphone-User heute noch möglich sein, den direkten, menschlichen Kontakt weiterhin zu pflegen. Vor allem dort, wo er angebracht ist und höflich erwartet werden kann. Gelingt es dem Jungspund nicht, hilft meist eine beherzte Ansage: Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

Bildquelle (Frosch): Flickr, Autor robert7; Adaption: Sven, veröffentlicht jeweils unter CC BY-SA 2.0

Display beim iPhone kaputt? Kein Problem: Reparier es selbst mit dem GIGA & Fixxoo DIY-Set für die iPhone Display-Reparatur - schnell, einfach und preiswert!

Weitere Themen: iPhone 3GS, iPhone 5, iPhone 3G, iPhone 4, iPhone 4S


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

Anzeige
GIGA Marktplatz