Fingerkuppe als Stromquelle

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Nicht mehr lange, und es soll Handys geben, die ohne externe Stromquelle auskommen. Koreanische Forscher haben den ersten Schritt in diese Zukunft unternommen und ein Touchscreen entwickelt, der Strom aus den Fingern seiner Benutzer saugt.

Die Technologie basiert auf einem hauchdünnen Film aus Nanogeneratoren, die auf die Oberfläche der Touchscreens aufgedruckt werden. Sobald eine Fingerkuppe die biegsamen und transparenten Elektroden berührt, baut sich in dem Kristallgitter eine elektrische Spannung auf. Das Prinzip nennt sich piezoelektrischer Effekt und wird bereits bei anderen Projekten umgesetzt. “Technology Review” berichtet in diesem Zusammenhang von Bodenmaterialien, die die Bewegungsenergie aus den Schritten von Passanten in Strom umwandeln. In Tokio werden sie bereits in U-Bahnhöfen getestet.

So simpel das Konzept klingt, so schwierig wird es sein, ausreichend Strom zu gewinnen, um ein iPhone oder gar ein iPad betreiben zu können. Derzeit liegt die Leistung eines einzelnen Pulses in einem piezoelektrischen Element bei etwa einem Picowatt – also einem Billionstel Watt. Die Forscher am Samsung Advanced Institute of Technology arbeiten daran, viele solcher Elemente miteinander zu verbinden.

Im Wissenschaftsjournal “Advanced Materials” haben Sang-Woo Kim, Jae-Young Choi und seine Kollegen erste Testergebnisse mit kleinen Display-Prototypen beschrieben. Pro Quadratzentimeter erzeugt die Generatorschicht eine Leistung von 20 Nanowatt. In größeren Prototypen von 200 Quadratzentimetern Fläche hätten sie sogar eine Leistung von einem Mikrowatt pro Quadratzentimeter erreicht, berichtet Kim. Das genüge bereits, um die Sensoroberfläche mit Strom zu versorgen. In naher Zukunft könnten damit tragbare Geräte möglich sein, die ohne Hilfe irgendwelcher Batterien auskommen, so Kim.


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