iTry 2.0 Fazit: Das beste zum Schluss

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Zeit ist relativ, sagt Einstein. Recht hat er. Relativ lang nämlich, wenn man sich, wie ich, vier Wochen mit ungewohnter Android- und Windows-Technik statt vertrautem Apple-Gerät beschäftigen muss. Mein ausführliches Fazit zum Sprung ins kalte Wasser ohne Rettungsring.

iTry 2.0 Fazit: Das beste zum Schluss

Ich tippe diese Zeilen auf meinem Toshiba-Notebook, im Editor von Windows 7. Daneben auf dem Tisch liegen das Galaxy Nexus von Samsung sowie ein Motorola Xoom 2 Media Edition. Diese drei Geräte haben mich die vergangenen vier Wochen begleitet und mich vor mehr oder weniger harte Proben gestellt. Aber was ist nun das Ergebnis des Exeriments iTry?

Ultrabook: Ultradünn, ultrafragil!

Fangen wir mit dem Ultrabook an. Dann haben wir es hinter uns. Zunächst ein paar Worte zu Hardware und Verarbeitung:

“Plastikbomber” ist hier leider das erste, was mir in den Sinn kommt. Zwar macht das Z830 auf den ersten Blick durchaus einen eleganten Eindruck – muss sich allerdings bei genauerem Hinsehen den Vorwurf eines geringen Wertgefühls machen lassen.

Der Tastaturanschlag ist ok, höchstens etwas schwammig. Das Trackpad ist recht klein, reagiert aber durchweg zuverlässig. Beim Display fängt der Ärger an.

Es ist nämlich leider etwas unglücklich aufgehängt; die Scharniere setzen nicht außen an, sondern an jeder Seite etwa 6 cm nach innen versetzt. Dadurch entstehen rechts und links zwei Öffnungen, die zwar Design-Akzente setzen mögen, der Stabilität des Display allerdings nicht zugute kommen.

Gepaart mit der für Ultrabooks typischen Leicht- und Dünnbauweise schafft das nicht gerade Vertrauen. Die schlanke Silouette ist darüber hinaus durchbrochen vom hässlichen VGA-Anschluss und einem überflüssigen Ethernet-Port. Beide sollte ich allerdings im Laufe des iTry noch schätzen lernen!

Intel Inside: Schnell ist das Ding!

Was die inneren Werte angeht: Intel Core i7, 8GB RAM, 128 GB SSD – also wahrlich nichts, wofür man sich schämen müsste. Dementsprechend zufrieden bin ich auch mit der Leistung des Geräts. Videobearbeitung, Konvertierung und mehr, alles kein Problem für das kleine Portegé.

Ein kleiner Kritikpunkt noch: Der Lüfter springt recht abrupt an und wird dann plötzlich ziemlich laut. Insbesondere in dem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, macht das Gebläse scheinbar extra lauten Rabatz. Vielleicht merkt das Gerät, dass es mit unserer gemeinsamen Zeit bald vorbei ist und weint mir die traurige Serenade seiner Artgenossen.

Des Ultrabooks Weichware

Nun aber zur Software. Dem eindeutig größten Schwachpunkt des Geräts. Zu viele Ungereimtheiten in der Benutzeroberfläche, zu wenig Übersicht. Oh, natürlich hat Windows mit Version 7 (und 8, soweit ich das bisher feststellen durfte) einen großen Sprung nach vorn gemacht. Nicht nur gegenüber Vista (das wäre eine geradezu lächerliche Errungenschaft), selbst gegenüber Windows XP hat sich etwas gebessert.

Es ist einfach bequemer geworden. Systemeinstellungen sind kein Mysterium mehr, Netzwerkverbindungen lassen sich auch ohne vertiefte IT-Kenntnisse und viel Glück einrichten und die Tastleiste ist nutzbar geworden.

Aber...

Eine gewisse Inkonsequenz in der Bedienoberfläche lässt sich doch nicht leugnen. So erwarte ich, zugegeben auch zum Teil weil ich es gewohnt bin, dass der Cursor in dem Bereich oder Fenster aktiv wird, über dem er sich befindet. Nicht in dem, der gerade im Vordergrund ist. Unter anderem ist es nämlich das, was schnelles Arbeiten in mehreren Fenstern möglich macht.

Beispiele? Ich schreibe zum Beispiel an einem Text im Editor und möchte kurz in einem Browserfenster ein Stück nach unten scrollen, um etwas nachzulesen. Dafür muss ich allerdings das Browserfenster erst durch Klicken “aktivieren”, also in den Vordergrund holen, wo es mein Textfenster verdeckt.

Auch der Fensterwechsel via Alt+Tab könnte mit ein wenig mehr Mouse-Over-Action besser werden. Statt dessen muss man klicken – das klingt nicht nach viel Aufwand, könnte aber auch ganz einfach simpler gelöst werden.

Das kontextabhängige Verschieben von Dateien auf Programmfenster scheint in Redmond auch noch nicht angekommen zu sein. Warum dieses einfache Mittel, Arbeitsabläufe für den Benutzer angenehmer zu gestalten, ausgelassen wurde, ist mir schleierhaft.

Und so ist die Benutzerfreundlichkeit und die einfache, intuitive Bedienung des Mac eines der Dinge, auf die ich mich am meisten freue nach dem iTry!

Motorola Xoom 2 ME: Das hässliche Entlein

Ich habe mehrmals versucht, das Xoom 2 in meinen Alltag oder auch meine Freizeit zu integrieren – ohne Erfolg. Vergeblich baten Office-Programme um regelmäßigen Gebrauch, ohne nennenswertes Resultat buhlten Spiele um meine Aufmerksamkeit. Dementsprechend kurz fällt das Resümee zu dem Tablet-Computer aus.

(Übrigens: Der Lüfter des Ultrabook macht mir gerade ein wenig Angst. Er mag sich gar nicht mehr beruhigen, dabei sind nur zwei Browserfenster, Tweetdeck, Evernote, Skype und ein Editorfenster offen. Ich erwäge, die Sicherheitsgurte anzulegen und die Sitzlehnen in eine aufrechte Position zu stellen, denn der Start steht zweifellos unmittelbar bevor.)

Hardware und Verarbeitung

Ich habe mir das Xoom 2 hauptsächlich wegen seines Äußeren ausgesucht. Ja, oberflächlich, aber ich wollte etwas, was sich schon rein optisch von dem üblichen Tablet-Design unterscheidet. Und nach wie vor finde ich es deutlich handlicher, als viele andere Geräte – iPad inklusive.

Dass es auf der Rückseite, sagen wir mal “rustikal” aussieht, kann man da noch verzeihen. Oder könnte man. Wenn da nicht das eine oder andere Manko in der Bedienung wäre. Ein einziger Knopf sowie eine Lautstärkewippe finden sich am Xoom 2.

Beide Elemente befinden sich auf der Rückseite, unmittelbar nebeneinander. Wie oft ich aus Versehen den Bildschirm gesperrt habe, weiß ich vor lauter Tränen schon gar nicht mehr.

Ansonsten ist das Tablet aber wegen der leicht gummierten Kunststoff-Oberfläche griffig und gut zu bedienen – wenn es auch etwas leichter sein dürfte. Aufgrund des doch eher sporadischen Gebrauchs kann ich die Akkulaufzeit nur loben. Im ständigen Einsatz kann das aber schon ganz anders aussehen.

Die Software. Oh je.

Auf dem Xoom 2 läuft Android 3.2.2 Honeycomb. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, wenn damit nicht gewisse Einschränkungen einhergingen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, Apps aus der Liste der letztgenutzten Anwendungen zu entfernen – was nach einer Zeit des Gebrauchs die Übersicht stark einschränken kann.

Viel schlimmer jedoch: Viele Apps sind nicht (mehr?) für Android 3.2.2 verfügbar, zum Beispiel Googles Chrome-Browser. Zu häufig musste ich enttäuscht lesen: “Ihr Gerät ist nicht mit dieser Version kompatibel”. Ich würde an dieser Stelle gern einen Screenshot dieser Meldung zeigen, einfach nur, um den Text ein wenig aufzulockern. Leider ist das nicht möglich, da Honeycomb keine Screenshots ermöglicht. Daher gibt es statt dessen nur dieses Foto einer süßen Katze:

Schade fand ich außerdem, dass Motorola es im Laufe meines iTry nicht noch geschafft hat, das Update auf Ice Cream Sandwich, also Android 4.0 zu veröffentlichen. Auch ein Root des Xoom 2 ME ist aktuell offenbar nicht möglich.

Schade eigentlich. Ein Tablet hätte ich mir nach diversen kurzen Ausflügen ins iPad-Land nützlicher vorgestellt. Vielleicht war es einfach das falsche Modell, vielleicht bin ich Tablet-Ungeeignet. Näheres zu dieser Problematik erfahrt ihr übrigens auch in Folge #5 des JFK-Podcast (und im obigen Video).

Auf der nächsten Seite: Das Galaxy Nexus – Samsungs Superstar und mein persönliches Fazit…

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