Kritiker melden sich zu Wort

Viel Zuspruch erhält Söder für seine Pläne nicht. Hans-Ulrich Pfaffmann, Bildungsexperte der SPD in Bayern, hält ein Handy-Verbot an Schulen für “schlicht nicht kontrollierbar”. Um Gewaltrisiken zu verringern, setzte die SPD stattdessen auf verstärkte Prävention.

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz und schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave im “Focus”. Lehrer seien keine Polizisten und deswegen könnten sie das Einhalten des Verbots nicht kontrollieren. Straftaten müssten allerdings konsequent durch Polizei und Jugendamt geahndet werden.

Da das Problem lediglich vor die Schultür verlagert würde, sollten nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Internetseiten, die solche Downloads ermöglichen, besser kontrolliert werden. Selbst das hält Soziologie-Professor Bruno Nikles, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz, für nicht möglich, weil das Material seit Jahren im Internet zugänglich sei. Deswegen müsse man die Jugendlichen sensibilisieren und mit ihnen über die Inhalte reden, damit ihnen der Unterschied zwischen Kunst und Verbotenem bewusst werde, sagte Nikels im “Deutschlandradio”.