Der Adler der neunten Legion - Filmkritik zum Römerspektakel

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Eigentlich sollte "Der Adler der neunten Legion" schon längst abgefrühstückt sein. "Kinostart: Sommer 2010", hieß es noch vergangenes Frühjahr. Dann allerdings bog Neil Marshall um die Ecke und schob seinen "Centurion" in die DVD-Regale. Die Story: Das Verschwinden der "neunten Legion" – also das exakt selbe Thema. Für "Der Adler…" hieß es damit erst mal: Ab auf die Wartebank. Die Zeit ist nun abgesessen. Die Frage lautet nun aber: Braucht es noch einen Film zum Thema?

Der Adler der neunten Legion - Filmkritik zum Römerspektakel

Britannien, etwa 117 v. Chr.: Auf der Höhe des römischen Eroberungsfeldzuges ereignet sich ein folgenschwerer Vorfall: Die Neunte Legion, eine riesige Kohorte von rund 5000 Mann, verschwindet spurlos mitsamt des Symbols der römischen Macht: dem goldenen Adler. 20 Jahre später werden Gerüchte laut: Der Adler soll gesichtet worden sein – Marcus Flavius Aquila, der Sohn des einstigen Kommandanten der Neunten, macht sich auf eine gefahrvolle Suche ins feindliche Gebiet.

Das Leben als Römer, es muss ein hartes gewesen sein: Ehre und Ruhm bestimmen den kompletten Lebensinhalt, wer in Rom geboren ist, der steht für Macht, Stärke und kurze Röckchen. Aus der Reihe tanzen wird nicht akzeptiert. Die Römer, sie waren halt ein zutiefst patriotisches, unendlich patethisches Völkchen, dem Werte über alles gingen. Womit wir bei Der Adler der neunten Legion wären, einem Film, der anderthalb Stunden lang genau diese Wertvorstellungen durchfeiert.


Man muss also schon reichlich empfänglich für derlei Klischeekanonaden sein, um seinen Spaß mit “Der Adler der neunten Legion” zu haben. Die erste Stunde schmettert Hollywood-Tanzbärchen Channing Tatum (Step Up)im Grunde fast ausschließlich pathetische Plattitüden durch den Raum und antwortet auf die nicht unberechtigte Frage, was an diesem blöden Stück Edelmetall eigentlich so wichtig sei, dass er sogar sein Leben dafür aufs Spiel setze, mit: “Der Adler ist Rom!” Aha…

Neil Marshalls “Centurion” war im direkten Vergleich deutlich straffer erzählt, war temporeicher, energetischer. Wo drüben die Köpfe flogen und Schwerter klirrten, gibt es hüben nur sehr selten Actionszenen zu bestaunen. Und wenn, dann sind diese auch noch sträflich unterinszeniert – zwei Mal zuhauen, Ende. Dadurch ergibt sich freilich jede Menge Raum für inhaltlichen Leerlauf, der Plot dümpelt an manchen Stellen zusehends vor sich hin. Zwar irgendwie noch unterhaltsam, aber ohne große Spannungsspitzen.

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