Frauenquote? Nie gehört! - US-Blockbuster sind Männersache

Martin Beck
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Schon mal bemerkt, dass in US-Blockbustern verdammt wenig Frauen auftauchen? Jetzt gibt es harte Zahlen für diese Vermutung. Die USC’s Annenberg School for Communication and Journalism hat eine Studie veröffentlicht, die das Wort "Frauenquote" noch nie gehört hat.

Frauenquote? Nie gehört! - US-Blockbuster sind Männersache

Die Grundlage für die Zahlen sind die 100 erfolgreichsten Filme in Amerika der Jahre 2008 und 2009. 2009 gab es hier insgesamt 4.342 Sprechrollen, von denen aber nur 32.8% an Frauen gingen. Männer beanspruchten dagegen 67.2% dieser Rollen – eine Prozentzahl, die ebenfalls für 2008 zutrifft.

Die Schieflage des Männer-/Frauenverhältnisses zieht sich auch noch durch andere spannende Zahlenbeispiele:

  • Frauen tragen wesentlich häufiger Badekleidung und knappe Shirts als Männer (25.8% vs. 4.7%), zeigen wesentlich häufiger Fleisch (23% vs. 7.4%) und werden wesentlich häufiger von anderen Charakteren als “attraktiv” bezeichnet (10.9% vs. 2.5%). Die Zahlen mit der knappen Kleidung treffen sowohl für Mädels von 13-20 als auch für Mädels von 21-29 zu, was auf eine frühe Sexualisierung der Filmfrauen schließen lässt.
  • Auch hinter der Kamera sieht es dramatisch aus. Nur 3.6% der Regisseure und 13.5% der Drehbuchschreiber waren Frauen. Bei Filmen, die von Frauen gedreht wurden, waren 47.7% der Charaktere Frauen, wohingegen die Zahl bei männlichen Regisseuren auf unter ein Drittel sank. Wenn mindestens ein Drehbuchautor weiblich war, kamen weibliche Charaktere auf 40%, wenn alle Autoren Männer waren, blieben davon nur noch 29.8% übrig.
  • In einem Bereich aber sind Frauen stärker vertreten als Männer: an der Kinokasse. Über 50% aller Tickets wurden nämlich von Frauen gekauft. Was ja wiederum logisch erscheint, wenn man weiterhin berücksicht, dass Frauen lieber Männer als Frauen auf der Leinwand sehen.

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