Killerspiele - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will hart durchgreifen

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(Daniel) Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat gestern in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein Verbot von Killerspielen fordert. In einem Expertengespräch in der Bundeshauptstadt Berlin mit Prof. Dr. Christian Pfeiffer und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Uhl kritisierte er die Arbeit der USK, sowie das gesamte Jugendschutzsystem.

Dabei sagte er wörtlich:

“”Ich halte den derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, an deren erster Stelle ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele im Strafgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder einer empfindlichen Geldstrafe steht. Das strafrechtliche Verbot von verharmlosenden und verherrlichenden Gewaltdarstellungen im bisherigen § 131 des Strafgesetzbuches ist wirkungslos, da es nicht auf Computerspiele zugeschnitten ist.””

Dabei griff Herrmann die Gesetzesinitiative seines Amtsvorgängers Günther Beckstein auf, die nach der Neuregelung des Jugendschutzgesetzes – am 1.Juli 2008 – jedoch auf Eis gelegt wurde.

“Wir werden weiter für ein Darstellungs- und Verbreitungsverbot solch Ekel erregender Spiele kämpfen. Menschenverachtende, grausame Gewalttätigkeiten, bei denen der Spieler auch noch Pluspunkte dafür erhält, dass er seine Gegner auf möglichst grausame Weise zu Tode quält, gehören weder in Kinder- noch in Erwachsenenhände, sondern schlichtweg verboten. Es gibt kein Recht auf den Konsum von exzessiver Gewalt”.

Als letzten Trumpf holte Innenminister Herrmann den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hervor.
Dort sei schließlich das Verbot von “Killerspielen” als fester Bestandteil verankert und müsse daher umgesetzt werden.

“Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen droht gegenüber Gewalt abzustumpfen und durch sinkende schulische Leistungen für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Als Innenminister kann ich dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Parteiübergreifend sind Innen-, Jugend-, Medien- und Rechtspolitiker aufgefordert, nun endlich die notwendigen gesetzgeberischen Konsequenzen zu ziehen. Das heißt konkret: ein klares Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele”.

Kernaussage der Expertenrunde bleibt:
Die Herstellung und Verbreitung von “Killerspielen” sollten mit erheblichen Strafen (Geld- und Freiheitsstrafen) belegt werden.

Die Gesetzesinitiative aus dem Jahr 2007 hatte sich aus mehreren Gründen nicht druchsetzen können.
1. Deutschland hat seit Jahren das effektivste und strengste Jugendschutzsystem der ganzen Welt
2. Gewaltverherrlichende Medien in Deutschland unterliegen seit jeher einem strengen Vertriebsverbot
3. Der Begriff “Killerspiele” wurde bisher nie wirklich definiert

Danke an reidda der das Thema in seiner Usernews aufgegriffen hat!

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