Killerspiele - Deutscher Kulturrat wettert gegen Bayern!

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(Kai) Der Deutsche Kulturrat hat sich nun in die neu entfachte “Killerspieldebatte” der Bayrischen Landesregierung eingeschaltet.

Zur Erinnerung: Am Montag hatte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in einem Interview für ein “ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele” ausgesprochen.
Dem ein oder anderen Zocker wird ein starkes Déjà-vu-Gefühl befallen haben, als er an die “Killerspieldebatte” zurückdachte, die Herrmanns Amtsvorgänger Günther Beckstein vor über einem Jahr initiierte.

Diesem Eindruck konnte sich offensichtlich auch der Deutsche Kulturrat nicht erwehren: Der Verband lies sich sogar dazu hinreißen, die Diskussion um gewalttätige Spiele einen “schlechten bayerischen Running Gag” zu nennen.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, fasst den Stand der Dinge folgendermaßen zusammen:

“Eigentlich war die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Sowohl in der Politik als auch in den Verbänden bestand Einvernehmen, dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist.”

Populistische Forderungen nach einem Verbot von gewalthaltigen Computerspielen auch für Erwachsene sollten also nur von der Verantwortung des Staates ablenken, für eine höhere Medienkompetenz ihrer Bürger zu sorgen.

Zimmermann kommt in seiner Analyse zu folgendem Fazit:

“Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach dem Verbot von Computerspielen ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten.”

Danke auch an sgr-online für seine Usernews zum gleichen Thema!

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