Kino.to - Richter sieht keinen Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen

Hüseyin Öztürk
10

Im Prozess um die Streaming-Plattform Kino.to wurde erst kürzlich ein weiteres Mitglied der Gruppe verurteilt. Besondere Aufmerksamkeit verdient nicht nur die Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten, sondern auch der Richterspruch, der das Streaming mit dem Herunterladen von Dateien gleichgesetzt hat.

Kino.to - Richter sieht keinen Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen

Die Ansicht von Amtsrichter Mathias Winderlich könnte wegweisend für die Zukunft sein. Bisher bewegte man sich in diesem Punkt eher in einer Grauzone. Mit der aktuellen Verurteilung stellte das Gericht fest, dass beim Nutzen von Streaming-Plattformen ebenfalls eine Verbreitung und Vervielfältigung stattfinde und jeder Nutzer sich darüber im Klaren sein müsse. Wie in der Pressemitteilung der GVU mitgeteilt wurde, soll der Gesetzgeber mit dem Begriff “Vervielfältigen” das “Herunterladen” gemeint haben. Hierzu zähle allerdings auch das zeitweilige Herunterladen von Streams, die nur im Zwischenspeicher des Computers abgelegt werden. Für Richter Winderlich würden illegale Streamingportale wie Kino.to eine Situation erzeugen, in der massenhaft Straftaten begangen werden und man müsse mit aller Deutlichkeit zeigen, dass solche Rechtsverletzungen nicht geduldet werden können. Dies muss auch allen Mitarbeitern des illegalen Angebots bewusst gewesen sein.

Beim Verurteilten handelt es sich um einen 47-Jährigen, der für das Anmieten und die technische Betreuung von Internetrechnern im Ausland zuständig war. Zusätzlich betrieb er auch den ältesten Filehoster von kino.to, auf dem sich zuletzt 10.754 Raubkopien von Filmen befanden. Insgesamt soll er durch Werbung und Abofallen auf diesem Filehoster seit 2008 Einnahmen von mehr als 630.000 Euro erwirtschaftet haben. Etwa die Hälfte dieser Summe konnte er als Gewinn verbuchen. Der verurteilte Mitarbeiter hatte seit 2002 eine geschäftliche Beziehung mit den Hauptbeschuldigten. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen der aktuelle Richterspruch auf zukünftige Verfahren haben wird.

Neue Artikel von GIGA FILM

GIGA Marktplatz