So *richtig* glücklich wird man diesen Donnerstag im Kino nicht, es sei denn, Jar Jar Bings in 3D bringt das Blut in positive Wallung. Da auch Meister Scorsese mit „Hugo Cabret“ nicht gerade Meisterliches serviert, bleibt die Wochenkrone dem kleinen & sehr feinen Drama „Der Junge mit dem Fahrrad“ vorbehalten. Null CGI, aber dafür gute Charaktere und eine bewegende Geschichte. Revolutionär!
Ab ins Kino, da ist es nach wie vor schön warm!
Black Gold (F/2011)
Regie: Jean-Jacques Annaud
Darsteller: Tahar Rahim, Mark Strong, Antonio Banderas
Genre: Abenteuer, Drama
Um was geht's? Anfang der 30er Jahre in Arabien: Zwei verfeindete Stammesfürsten streiten sich um die Ausbeutung ihrer Ölvorkommen.
Kinokarte kaufen? Durchaus, sofern man denn eine Ader für klassisches Hollywood-Kino à la „Lawrence von Arabien“ hat. In der ersten Hälfte gilt es zudem, die zäh etablierte Handlung zu schlucken…bevor dann in der zweiten Hälfte Dünen, Schweiß und inbrünstige Duelle übernehmen. 6/10
Für immer Liebe (USA/2012)
Regie: Michael Sucsy
Darsteller: Rachel McAdams, Channing Tatum, Jessica Lange
Genre: Drama
Um was geht's? Nach einem Autounfall kann sich eine frischgebackene Ehefrau an nichts mehr erinnern, inklusive ihren Ehemann. Der natürlich dann alles versucht, um sein Herzblatt erneut für sich zu gewinnen.
Kinokarte kaufen? Hollywood goes J-Drama, was zusammen mit DIESEM Filmtitel die Frauenquote im Kino auf satte 95 Prozent treiben dürfte. Der Rest sind genervte Männer, die sich diesen tatsächlich relativ dezenten Schmus nur antun, um danach für immer Sex zu haben. 4/10
Hugo Cabret (USA/2011)
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Asa Butterfield, Chloe Grace Moretz, Ben Kingsley
Genre: Drama/Familie
Um was geht's? Einen kleinen Jungen, seinen verstorbenen Papa und einen mechanischen Roboter, der für eine Lehrstunde über Georges Méliés und den grundsätzlichen Zauber des Kinos herhalten darf.
Kinokarte kaufen? Selbst wenn alle Kritiker dieser Welt jubeln (aus welchen Gründen auch immer…), bleibt „Hugo Cabret“ immer noch eine herbe Enttäuschung. Das Fazit der GIGA-Kinokritik: „Ja ja, 11 Oscars…und trotzdem leider ein überfrachteter Langeweiler, der seine noble Botschaft mit didaktischer Schwerfälligkeit verbreitet.“ 3/10
In Darkness (D,POL,CAN/2011)
Regie: Agnieszka Holland
Darsteller: Benno Fürmann, Robert Wieckiewicz, Maria Schrader
Genre: Drama
Um was geht's? 1943, in der von Nazis besetzten polnischen Stadt Lvov: Ein Dieb versteckt eine Gruppe jüdischer Flüchtlinge in der Kanalisation.
Kinokarte kaufen? „In Darkness“ ist ein erfreulich unprätentiöses wie unbequemes Holocaust-Drama, das zur historischen Auseinandersetzung jenseits von Allgemeinplätzen einlädt. Sofern denn das Wort HOLOCAUST-DRAMA nicht augenblicklich alle Scheuklappen aktiviert. 5/10
Der Junge mit dem Fahrrad (B,F,I/2010)
Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne
Darsteller: Thomas Doret, Cecile De France, Jeremie Renier
Genre: Drama
Um was geht's? Ein 12jähriger Junge sucht seinen spurlos verschwundenen Vater und erhält dabei Unterstützung von einer sich liebevoll um ihn kümmernden Friseuse.
Kinokarte kaufen? Leichte Kost buchstabiert sich anders, weil die Emotionen des Films ganz schön niederschmettern, doch sehenswert ist dieser ehrliche & tief bewegende Film trotzdem. Wen's tangiert: In Cannes gab es den Jurypreis! 8/10
Star Wars: Episode 1 (USA/1999)
Regie: George Lucas
Darsteller: Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman
Genre: Science Fiction
Um was geht's? Den Krieg der Sterne, unter anderem repräsentiert durch Jar Jar Bings, einen kleinen Jungen mit Topffrisur und einen teuflischen Sonnenbank-Fan mit Gnubbelstirn.
Kinokarte kaufen? Spätestens nach dem Kids Featurette sollte die Antwort auf diese Frage klar sein. 1/10
Die Unsichtbare (D,F/2011)
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel
Genre: Drama
Um was geht's? Eine junge Schauspielerin erhält die Hauptrolle in einem Theaterstück und krempelt dadurch ihr introvertiertes Dasein um.
Kinokarte kaufen? „Black Swan“ als bemühtes Drama aus deutschen Landen. Stine Fischer Christensen ist toll, der Rest dafür zerfasert in zu viele Nebenplots oder strebt auf streng vorhersehbare Abgründe zu. 5/10

