CE-Zertifizierungsstelle bremst Raspberry Pi-Auslieferung aus *Update

Matthias Schleif
2

“Völlig grundlos”, so sehen es die Vertreter des Herstellers des Raspberry Pi-Minicomputers, bei dem es sich um ein Scheckkarten-großes, gehäuseloses Board handelt, auf dem sich nur die wesentlichsten Teile eines PC befinden, sei die Auslieferung wegen eines fehlenden CE-Zeichens gestoppt worden. Sie hätten “nicht damit gerechnet” die Anforderungen an die CE-Kompatibilität erfüllen zu müssen, lautet die beteuernde Auskunft, aber ein wenig haben sie es wohl auch verpennt. Update am Ende des Artikels

CE-Zertifizierungsstelle bremst Raspberry Pi-Auslieferung aus *Update

Sicher ist der Hinweis auf das konzeptionell nahezu gleiche System namens “Beagleboard“, dem eben die CE-Kompatibilität nicht bei der Markteinführung im Weg stand, da es ja nur ein “unfertiges Produkt zur Weiterverarbeitung” darstelle, erstmal nicht von der Hand zu weisen. Sehr viel anders ist das am Raspberry Pi ja auch nicht, vor allem wenn man bedenkt, dass es ohne Gehäuse ausgeliefert wird. Diejenigen, die dann ein “Gerät” daraus bauen und veröffentlichen wollten, müssten halt selbst darauf achten, entsprechende Bestimmungen einzuhalten, so wie es eben auch beim Konkurrenzboard gehandhabt wird.

Zu behaupten, dass die Macher des Beagleboard da ihre Hand im Spiel hätten, um sich Konkurrenz vom Hals zu halten, so weit geht man bei Raspberry zwar nicht, dennoch sei man “in Gesprächen” mit der zuständigen Behörde, um heraus zu bekommen, warum die das dürfen und sie nicht. Parallel zu den Bemühungen, den Zertifikatsanforderungen zu entsprechen wolle man sich aber auch um eine CE-Freistellung durch das Ministerium bemühen, die das ganze Prozedere sicher deutlich abkürzen würde.

Dennoch deutet die Aussage von Raspberry-Erfinder Eben Upton darauf hin, dass man die Sache verschlafen hat. Ausgerechnet beim “Vertragsabschluss”, so gibt er zu Protokoll, habe man die CE-Kompatibilität “praktisch übersehen”. Angesichts solcher Peinlichkeiten wäre es wohl auch eine Frechheit, dem Konkurrenten ein Komplott zu unterstellen. Wann der ganze Vorgang abgeschlossen sein wird und die Auslieferung wieder losgeht, ist natürlich noch nicht genau zu sagen. Ein versehentlich veröffentlichter Termin Mitte August hatte sich jedenfalls erstmal als Ente herausgestellt; hier hatte lediglich die Software ein neues Datum gebraucht, um den Datensatz speichern zu können. Dass dieser dann an die Öffentlichkeit gelangte ist eine weitere “Trotteligkeit” der Raspberry-Leute…hoffentlich ist wenigstens das Board gut geworden!

via

Update:

Wie heise.de nun berichtet hat der Raspberry Pi-Computer nun auch die CE-Konformität erhalten, wozu es einiger bestandener Tests der elektromagnetischen Verträglichkeit der Bauteile benötigte. Die Boards können nun also an die Hersteller und Vertriebe gehen, die dann daraus die unterschiedlichen Embedded-Systeme bauen. Weitere Infos, zu dem als “25 Euro PC” bekannt gewordenen Mini-PC, gibt es auf www.raspberrypi.org/

Neue Artikel von GIGA

GIGA Marktplatz