Steam für Linux: Betatest ab Herbst geplant

Matthias Schleif
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Die Firma Valve hat die lang ersehnte Linux-Version ihrer Clientsoftware “Steam” wohl nahezu fertiggestellt, mit der die “Source-Engine” nun endlich auch nativ unter Linux genutzt werden kann. Das erste Spiel, dessen Umsetzung wohl ebenfalls in den letzten Zügen liegt, wird Left4Dead2 sein.

Steam für Linux: Betatest ab Herbst geplant

Noch immer müssen Linuxer auf “Wine” zurückgreifen, um die Valve-Software “Steam” und die Game-Engine “Source” nutzen zu können, doch das soll sich bald ändern. Schon häufiger wurde gemunkelt, eine angepasste Linux-Version sei so gut wie fertig gestellt, doch jedes mal hat Valve über seine Presseabteilung wieder abgewunken. Wie Golem berichtet hat der Firmenchef, Gabe Newell, aber nun höchstpersönlich vorgeführt, dass der Client und die Engine unter Ubuntu 11.10 laufen. Angeblich war dieser sogar aktiv an der Entwicklung beteiligt, was seinen Enthusiasmus erklären würde. Der vorgestellte PC war zu Vorführungszwecken wohl mit einer AMD Grafikkarte bestückt, die mit sogenannten, proprietären Catalyst-Treibern lief. In der fertigen Version werden dann natürlich auch Nvidia-Karten unterstützt.

Er sei “begeistert” gewesen, gab jedenfalls der eingeladene Phoronix-Chef, Michael Larabel, nach seiner Audienz bei Valve in Washington per twitter zu Protokoll. Er habe sich selbst davon überzeugen können, dass die neue Software keinerlei Windows-Basis wie eben Wine oder das kommerzielle Crossover mehr benötige, also nativ läuft. Wenn alles glatt läuft wird wohl “noch vor dem Oktoberfest” die Betatest-Phase eingeläutet werden, was auch immer das miteinander zu tun haben soll. Sollte Left4Dead und die Source-Engine keine Probleme machen, kann man sich an die Portierung weiterer Source-Games machen, von denen es ja eine ganze Menge gibt.

Rückblickend wird diese Meldung dann vermutlich so kommentiert werden müssen, wie der erste Schritt des Menschen auf den Mond: “Ein kleiner Schritt für die Spieleindustrie, aber ein großer Schritt für die Betriebssystemwelt”. Denn wenn erstmal der letzte Grund für den privaten Einsatz eines Microsoft OS weggefallen ist, fällt auch die Begründung der Kosten des Betriebssystems weg – Spiele kosten natürlich weiterhin. Es dürfte interessant werden, zu verfolgen, was Microsoft sich dann so alles einfallen lässt.

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