Entwickler fliehen weiterhin aus Mac App Store

Florian Matthey
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Der Mac App Store ist praktisch für Benutzer, aber dennoch bei einigen Entwicklern nicht sonderlich beliebt. Jetzt hat sich ein weiterer langjähriger Mac-Entwickler aus dem Portal verabschiedet.

Entwickler fliehen weiterhin aus Mac App Store

Der Mac App Store erlaubt simple App-Installationen und -Updates sowie einen einheitlichen Bezahlvorgang über die Apple ID. Für Benutzer ist das sehr praktisch. Auch können sich Benutzer auf die Sicherheit der über das Portal heruntergeladenen Apps verlassen – Apple überprüft die eingereichten Apps wie beim iOS-App Store; außerdem gibt es Regeln für die Berechtigungen der Apps. Eben das ist vielen Entwicklern aber ein Dorn im Auge.

„Sandboxing“ macht Entwicklern das Leben schwer

Als Apple vor einigen Jahren die Regel aufstellte, dass Mac-App-Store-Apps auf „Sandboxing“ setzen mussten, verabschiedeten sich zahlreiche Entwickler, die meinten, ihre Apps mit dieser Einschränkung nicht mehr realisieren zu können. „Sandboxing“ bedeutet, dass Apps nur ein bestimmter Umfang an Rechten zusteht, sodass sie in weiten Teilen „abgeschirmt“ vom Betriebssystem und anderen Apps arbeiten. Dadurch können sie von vorneherein weniger Schaden anrichten und sind somit grundsätzlich sicherer. Allerdings ist der theoretische Funktionsumfang somit auch eingeschränkt.

Auch andere Einschränkungen des Mac App Store ärgern Entwickler: Apple bietet auf dem Mac weniger Tools an als fürs iOS, auch gibt es nicht die Möglichkeit kostenpflichtiger Updates und sofort Updates mit Fehlerbehebungen bereitzustellen – zunächst ist immer erst eine Überprüfung durch Apple nötig. Vor etwas mehr als einem Jahr verließ daher der Entwickler Bohemian Coding den Mac App Store – und das, obwohl Apple die Design-App „Sketch“ noch vor einigen Jahren ausgezeichnet hatte.

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St. Clair Software: Mac App Store zu großer Aufwand

Jetzt reiht sich auch St. Clair Software in die Liste der Ex-Mac-App-Store-Entwickler ein. In einem Blog-Eintrag erklärt er diesen Schritt: Es wäre einfach zu aufwendig, mit Apples Einschränkungen neue Features hinzuzufügen; zum Teil wären manche Funktionen aufgrund dieser Einschränkungen überhaupt nicht möglich.

St. Clair Software bietet diverse Dienstprogramme an, die die Öffnen/Speicher-Dialoge im macOS verbessern, es ermöglichen, die CPU-Auslastung einzelner Apps einzuschränken, eine Web-Suche auf die Seiten im eigenen Browser-Verlauf zu beschränken und Laufwerke automatisch auszuwerfen, wenn der Benutzer den Rechner in den Ruhezustand versetzt. Gerade die letztgenannte App würde nur mit einer zusätzlichen „Helper-App“ funktionieren, die der Benutzer außerhalb des Mac App Store besorgen müsste. Das sei einfach nicht praktikabel.

Es bleibt abzuwarten, ob Apple irgendwann den Wünschen der Entwickler nachkommt und ihnen mehr Freiheiten bietet. Anders als beim iOS sind Entwickler aber eben auch nicht gezwungen, das Apple-Portal zu benutzen: Es ist weiterhin möglich, Apps aus allen Quellen zu installieren.

Quelle: St. Clair Software via Heise