Entwickler mögen den Mac App Store nicht: Sandboxing als größtes Ärgernis

Florian Matthey

Der iOS-App Store ist ein echtes Erfolgsmodell, doch der Mac App Store fristet weiterhin ein Nischendasein. In einer Umfrage zeigen sich Entwickler vor allem mit den Regeln für Sandboxing, kostenlose Trial-Versionen und bezahlte Upgrades unzufrieden.

Entwickler mögen den Mac App Store nicht: Sandboxing als größtes Ärgernis
Bildquelle: Apple

Setapp, ein Unternehmen das Abonnements für Mac-Apps anbietet, hat 742 Mac-Entwickler zum Mac App Store und Alternativen zu Apples Download-Portal befragt. Schon im Jahr 2016 gab es eine solche Umfrage durch das Unternehmen. Sowohl beim letzten als auch dieses Mal lässt sich feststellen: Für sonderlich viel Begeisterung sorgt der Mac App Store unter den Entwicklern nicht.

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So vertreiben nur 23 Prozent der befragten Entwickler ihre Apps ausschließlich über den Mac App Store. 47 Prozent nutzen den Mac App Store und andere Vertriebswege – beispielsweise über eine eigene Website. 30 Prozent haben sich sogar dazu entschlossen, den Mac App Store überhaupt nicht zu nutzen. Die Zahl der Entwickler, die exklusiv auf den Mac App Store setzen, ist immerhin im Vergleich zum letzten Jahr konstant geblieben, ein Wachstum gibt es in diesem Bereich aber nicht. Überraschend ist, dass selbst die Entwickler, die ihre Apps exklusiv über den Mac App Store vertreiben, dies anderen Entwicklern mehrheitlich nicht weiterempfehlen würden.

Dementsprechend wird der Großteil des Umsatzes mit Mac-Apps auch außerhalb des Mac App Store generiert: 44 Prozent des Entwickler-Umsatzes stammt aus dem Mac App Store, 56 Prozent aus anderen Quellen. 69 Prozent der Befragten meinen, dass der Mehrwert durch den Mac App Store nicht ausreiche, um es zu rechtfertigen, 30 Prozent des Umsatzes an Apple abzugeben.

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Das mit Abstand größte Problem, das Entwickler mit dem Mac App Store haben, sind Apples Regeln für „Sandboxing“: Ebenso wie iOS-Apps dürfen Apps aus dem Mac App Store nur innerhalb einer abgeschirmten „Sandbox“ arbeiten, was die Zusammenarbeit mit anderen Apps und Modifikationen des Systems unterbindet. Das fördert zwar die Sicherheit, schränkt aber auch die Möglichkeiten der Entwickler ein. Seit Jahren sorgt diese Regel dazu, dass sich Entwickler immer wieder komplett aus dem Mac App Store verabschieden, obwohl sie diesen zwischenzeitlich genutzt hatten.

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Entwickler ärgern sich außerdem darüber, dass es nicht ohne Umstände möglich ist, kostenlose, im Funktionsumfang unbeschränkte Trial-Versionen anzubieten, die Benutzer ausprobieren können, bevor sie sich zu einem Kauf entscheiden. Eigentlich sind solche Angebote im Desktop-Bereich gang und gäbe. Ein Ärgernis ferner, dass Entwickler für Upgrades kein Geld verlangen können.

Auch bei der Annahme von Apps im Mac App Store meinen die Entwickler, dass dies schneller funktionieren könne. Allerdings haben sich die Werte der Umfrage diesbezüglich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Manche Entwickler wünschen sich aber auch, dass Apple ihnen transparenter die Gründe mitteilt, wenn das Unternehmen eine App ablehnt. Allerdings ist letzteres ja weniger tragisch als im iOS-App Store: Mac-Apps lassen sich eben auch andernorts anbieten.

Quelle: Setapp via Mac Rumors